DAX schließt nahezu unverändert– Infineon-Aktie stürzt nach Gewinnwarnung ab: Außerdem Allianz, Deutsche Wohnen, GfK-Konsumklima, Munich Re, Rheimetall und RWE im Fokus
Der deutsche Aktienmarkt schließt am Dienstag nahezu unverändert auf Höhe des Vortagesschlusskurses bei 6.137 Punkten. Im Tagesverlauf stand einmal mehr die Euro-Krise im Fokus der Investoren. US-Präsident Barack Obama hat den griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras aufgefordert, sich bei der Bewältigung der Finanzprobleme des hoch verschuldeten Euro-Landes mit den internationalen Geldgebern abzustimmen. Auch mit dem italienischen Premier Mario Monti hat Obama in einer Telefonkonferenz über die Wirtschaftslage in Europa diskutiert. Am Nachmittag fiel das US-Verbrauchervertrauen im Juni auf 62,0 Punkte zurück. Analysten hatten mit einem Rückgang von 64,9 Punkten auf 64,0 Punkte gerechnet.
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Allianz-Tochter peilt Kostensenkungen an
Die Fondsgesellschaft Allianz Global Investors (AGI) will im laufenden Jahr die Gesamtkosten in Europa um vier Prozent senken. Aus gut informierten Kreisen hat das Handelsblatt erfahren, dass der Umstrukturierungsplan auch Einsparungen beim 1.700 Mitarbeiter umfassenden Personalstamm vorsieht. Darüber hinaus sollen die Abläufe vereinfacht und die Infrastruktur verbessert werde.
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Geglückte Kapitalerhöhung bei Deutsche Wohnen
Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen hat mit einer Kapitalerhöhung knapp 456 Millionen Euro erlöst. Voraussichtlich werden gut 43,4 Millionen neue Aktien zu je 10,50 Euro an die Aktionäre ausgegeben. Die restlichen neuen Aktien, die im Rahmen des Bezugsangebots keine Käufer gefunden haben, sollen nun institutionellen Investoren angeboten werden. Der Erlös soll zur Finanzierung der jüngsten Übernahme verwendet werden.
GfK-Konsumklima steigt leicht an
Das GfK-Konsumklima zeigt für den Monat Juli einen überraschenden Anstieg von 5,7 auf 5,8 Zähler gegenüber dem Vormonat auf. Volkswirte gingen zuvor von einem leichten Rückgang auf 5,6 Punkte aus. "Trotz gestiegener Konjunkturängste ist das Umfeld für die Konsumneigung nach wie vor günstig", hieß es von Seiten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Die Turbulenzen in Europa wirkten sich stark bei der Konjunkturerwartung aus: Der entsprechende Indikator ging um 16,6 Punkte auf 3 Zähler zurück.
Gewinnwarnung bei Infineon
Infineon hat seine Prognosen für das laufende und kommende Quartal gesenkt. Der Halbleiterkonzern rechnet für das laufende Quartal mit einem gegenüber dem Vorquartal leicht rückläufigen Umsatz und einer Gesamtsegmentergebnis-Marge von rund zwölf Prozent. Als Grund nannte der Chip-Lieferant „Unwägbarkeiten der Weltkonjunktur“, die das Geschäft gedrückt hätten. Im Mai hatte der Konzern noch eine Ergebnis-Marge wie im zweiten Quartal (986 Millionen Euro Umsatz bei einjer Marge von 14,6 Prozent) in Aussicht gestellt.
Munich-Re-Tochter setzt auf das Ausland
Jochen Messemer, Vorstand für das internationale Geschäft bei der Munich-Re-Tochter Ergo, setzt verstärkt auf die Expansion ins Ausland: "Ich denke, wir können in drei bis fünf Jahren im Bestand einen Auslandsanteil von 30 Prozent erreichen", erklärte er gegenüber dem Handelsblatt. Im vergangenen Jahr lag die entsprechende Quote bei 21,4 Prozent (rund 4,3 Milliarden Euro). Einzig in der Türkei rechnet Messemer für 2012 und 2013 mit Verlusten, in allen anderen Auslandsdivisionen soll im laufenden Jahr ein Gewinn erzielt werden.
Rheinmetall verschiebt IPO von Kolbenschmidt Pierburg
Rheinmetall wird seine Automotivesparte Kolbenschmidt Pierburg (KSPG) nicht wie vorgesehen vor der Sommerpause an die Börse bringen. "Die Entwicklung der Kapitalmärkte sowie die wirtschaftliche und politische Situation in der Eurozone haben sich in den vergangenen Wochen nicht in dem Maße stabilisiert, um günstige Voraussetzungen für einen Börsengang zu bieten", erklärte der Konzern in einer Pressemitteilung. Den Börsengang wolle man zu gegebener Zeit erneut prüfen.
RWE sorgt sich um Energiewende
Der Energieversorger RWE wendet sich mit einem Brandbrief erneut an die Bundesregierung. Demnach besteht die akute Gefahr, dass das Ziel der Regierung, die Offshore-Wind-Kapazitäten bis 2020 auf eine Leistung von 7600 Megawatt auszubauen, "bei weitem verfehlt" werde. Der Ausbau der Windkraft, insbesondere der Offshore-Windparks, sei in Verzug. Der Stromriese nimmt die Verantwortlichen in die Pflicht, schnellstens die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen.
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