DAX leicht im Plus – Spanien rutscht in die Rezession: Außerdem Bayer, Deutsche Börse, Nemetschek, Rheinmetall und Siemens im Fokus
Der deutsche Aktienmarkt tendiert zum Auftakt der neuen Handelswoche nahezu unverändert. Gegen Mittag liegt der DAX rund 0,1 Prozent höher auf 6.810 Punkten. Aufgrund des bevorstehenden Maifeiertags sind die Aktivitäten eher dünn. Im Blickpunkt der Anleger stand am Vormittag die Veröffentlichung des spanischen Bruttoinlandsprodukts. Die viertgrößte Euro-Wirtschaft ist im ersten Quartal in die Rezession gerutscht: die Wirtschaftsleistung sank um 0,3 Prozent. Die Daten zum Einzelhandel in Deutschland lagen indes mit einem Plus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat leicht unter der Prognose von 1,0 Prozent. Am Nachmittag könnte der Chicago Einkaufsmanagerindex für April für neue Impulse sorgen.
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Adidas übertrifft Erwartungen
Der Sportartikelhersteller Adidas startet stärker in das neue Geschäftsjahr als von den Analysten erwartet. Dank hoher Wachstumsraten in China und Japan sowie bei der Golfmarke TaylorMade zog der Konzernumsatz in den ersten drei Monaten des Jahres währungsbereinigt um 14 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro an. Im gleichen Zeitraum kletterte das Betriebsergebnis um 30 Prozent auf 409 Millionen Euro. Unterm Strich stieg der Gewinn um 38 Prozent auf 289 Millionen Euro. Dies ist vor allem auf gesunkene Finanzaufwendungen sowie der niedrigeren Steuerquote zurückzuführen. Probleme bereitete indes die Tochter Reebok India, bei der Unregelmäßigkeiten entdeckt worden sind, die den Konzernabschluss 2011 möglicherweise mit bis zu 125 Millionen Euro belasten könnten. Ungeachtet dessen haben die Franken ihre Jahresprognose angehoben. Demnach soll der währungsbereinigte Konzernumsatz um fast zehn Prozent steigen, der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn um 12 bis 17 Prozent anziehen. Bislang ging der Nike-Konkurrent von einem Erlösanstieg im mittleren bis hohen einstelligen Bereich und ein um zwei Prozentpunkte geringeres Gewinnwachstum aus.
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| Nemetschek Prognose bestätigt |
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Bayer mischt im Übernahmenpoker mit
In der Pharmabranche deutet sich ein Bietergefecht um das irische Unternehmen Warner Chilcott an. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, hat der Konzern Anfragen von strategischen Partnern sowie von Finanzinvestoren erhalten. Der London Times zufolge befindet sich auch Bayer unter den Interessenten. Die Leverkusener könnten dabei bis zu 32 Dollar je Warner-Chilcott-Aktie (aktuell: 18,79 Dollar) bezahlen.
Deutsche Börse sieht Tradegate gut integriert
Nach der Übernahme von Tradegate im Jahr 2010 zieht der Handelsplatzbetreiber Deutsche Börse ein positives Zwischenfazit: "Die Umsatz- und Ergebnisziele der Tradegate Exchange wurden 2011 weit übertroffen", sagte Tradegate-Geschäftsführer Jochen Thiel der Wirtschaftszeitung Euro am Sonntag. Nun soll insbesondere die Expansion in europäische Länder forciert werden. "Mit 1,7 Millionen abgeschlossenen Geschäften lagen wir 20 Prozent über dem ersten Quartal des Vorjahres. Das Handelsvolumen ist dabei sogar um 37 Prozent gestiegen. Wir rechnen auch für das Gesamtjahr 2012 mit einer positiven Gewinnentwicklung und weiter verbesserten Ergebnisbeiträgen."
Nemetschek auf Kurs
Der Softwarehersteller für die Baubranche, Nemetschek, ist solide in das neue Jahr gestartet. Der Umsatz konnte um sieben Prozent zulegen. Der Vorstand bestätigt die Prognose für das laufende Jahr. Demnach will Nemetschek beim Umsatz auf 180 Millionen Euro zulegen. Ein kleiner Wermutstropfen: Die EBIDA-Marge ist leicht zurückgegangen. Konnte Nemetschek im vergangenen Jahr noch eine Marge von 24 Prozent ausweisen, reduzierte sich die Kennziffer im ersten Quartal auf 23 Prozent. Dennoch zeigte sich Tim Alexander Lüdke, Sprecher des Vorstandes, mit dem Ergebnis zufrieden. „Das war ein ordentlicher Start ins neue Jahr. Das Q1-Ergebnis zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind."
Rheinmetall will Autosparte an die Börse bringen
Der Rüstungskonzern und Autozulieferer Rheinmetall will noch im Juni die Tochter KSPG an die Börse bringen. Die KSPG AG, ehemals Kolbenschmidt Pierburg AG, soll laut Börsen-Zeitung rund eine Milliarde Euro auf die Waage bringen. Die Autosparte erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von über zwei Milliarden Euro, knapp die Hälfte der Erlöse des gesamten Rheinmetall-Konzerns. Indes ging der Gewinn von Rheinmetall im ersten Quartal einen operativen Gewinneinbruch von 77 auf 45 Millionen Euro hinnehmen. Der Umsatz zog auf 1,1 Milliarden Euro an. Für 2012 geht der Konzern nach wie vor von einem Umsatz in Höhe von rund 4,9 Milliarden Euro aus. Bedingt durch eine schwächere Ergebnisentwicklung im Rüstungsbereich wird mit einem operativen Ergebnis auf Vorjahresniveau gerechnet.
Siemens peilt Sperrminorität bei Osram an
Siemens peilt nach dem Börsengang der Lichttochter Osram mindestens eine Sperrminorität an "Wir wollen in die Minderheit gehen, aber einen Anteil halten, der oberhalb von 25 Prozent liegt", sagte Siemens-Chef Peter Löscher der Welt am Sonntag. Das IPO soll noch im laufenden Jahr über die Bühne gehen.
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