Steffen Eidam
Der deutsche Aktienmarkt zündet am Freitagnachmittag den Turbo. Zur Schlussglocke notiert der DAX rund 1,5 Prozent fester. Auslöser waren überraschend starke Daten vom US-Arbeitsmarkt. Im Januar 2012 haben sich in den USA 8,3 Prozent der Menschen arbeitslos gemeldet. Experten waren von einer Stagnation auf dem Niveau des Vormonats bei 8,5 Prozent ausgegangen. Besonders erfreulich fiel die Entwicklung bei der Schaffung von neuen Stellen außerhalb des Landwirtschafts-Sektors aus. Statt der erwarteten 140.000 wurden im Januar 243.000 neue Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen. Im Fokus bleibt weiter die Staatsverschuldung in Griechenland. In Brüssel zeichnet sich indes eine Ausweitung der Finanzhilfen für Griechenland ab. Die internationalen Geldgeber könnten demnach den Rettungsschirm auf 150 Milliarden Euro ausweiten, heißt es aus Brüssel. Die griechische Wirtschaft läuft schlechter als erwartet, sagten EU-Diplomaten. Außerdem ziehen sich die Verhandlungen über das geplante neue Hilfspaket weiter hin. Indes hat der Wirtschaftsweise Peter Bofinger die harten Sparvorgaben für das Land kritisiert. Nach Ansicht Bofingers lähmen die Sanktionen die Bestrebung Griechenlands, die Wirtschaft in den Griff zu bekommten. Der wichtigste Termin am heutigen Tag sind um 14.30 Uhr die Daten des US-Arbeitsministeriums. Der offizielle Arbeitsmarktbericht ist einer der aussagekräftigsten Impulsgeber für die weltweiten Finanzmärkte. Außerdem steht der ISM Dienstleistungsindex auf der Tagesordnung.
Keine Dividendenerhöhung bei Bilfinger BergerDer Baukonzern Bilfinger Berger will sich beim Thema Sonderausschüttung nicht festlegen. Gegenüber der Financial Times Deutschland sagte Firmenlenker Roland Koch: "Unsere Dividendenstrategie wird sich nicht ändern. Wir werden weiterhin etwa die Hälfte ausschütten. Der Rest fließt in das Unternehmen, vor allem in Akquisitionen." Mit einer möglichen Übernahme durch einen Wettbewerber beschäftigt sich Koch indes nicht. Auch der Aufstieg in den DAX stehe derzeit nicht zur Debatte.
Starker Jahresauftakt bei Daimler
Daimler hat im Januar insgesamt 94.526 Wagen der Pkw-Marken Mercedes-Benz, Smart und Maybach verkauft. Das ist ein Plus von 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. "Wir haben im Januar die positive Entwicklung aus dem Rekordjahr 2011 fortgesetzt und sind erfolgreich ins neue Jahr gestartet", erläuterte Mercedes-Vertriebschef Joachim Schmidt. Vor allem die US-Sparte glänzte mit starken Zahlen. In den Vereinigten Staaten zog der Absatz um knapp 24 Prozent auf 20.306 Autos an, während der Zuwachs in Deutschland 14 Prozent betrug.
Weniger Interessenten für Deutsche-Bank-Sparte
Für die zur Disposition stehende Sparte Asset Management der Deutschen Bank ist die Zahl der Kaufinteressenten geschrumpft. Kreisen zufolge haben es der Vermögensverwalter State Street, die australische Bank Macquarie, JP Morgan Asset Management sowie die Private-Equity-Firma Apax Partners in die nächste Runde geschafft. Weiteren Information zufolge sitzt auch Ameriprise Financial noch im Boot. JP Morgan Asset Management dürfte derzeit die schlechtesten Karten besitzen, da diese nur an einem Teilkauf interessiert ist. Bis Mitte Februar müssen verbindliche Gebote eingereicht werden.
Kälte beeinträchtigt Gaslieferungen bei RWE
Die klirrende Kälte in Russland sorgt für Lieferengpässe nach Westeuropa. Betroffen ist dabei auch die RWE-Tochter Supply & Trading, die derzeit 30 Prozent weniger Gas als üblich erhält. RWE teilte aber mit, dass die Versorgung der Kunden gesichert sei. Besser sieht es hingegen bei E.ON Ruhrgas aus: "Wir bekommen unserer vollen Vertragsmengen," so ein Sprecher.
Verhandlungserfolg für TUI
Die TUI AG hat bei den Verhandlungen über den Verkauf der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd weitere Fortschritte erzielt: "Wir befinden uns in fortgesetzten Gesprächen und haben die Anrufung des Wirtschaftsprüfers um einen Monat verschoben", sagte TUI-Sprecher Robin Zimmermann gegenüber Dow Jones Newswires. Die Hannoveraner wollen sich fortan als reiner Touristikkonzern aufstellen und haben vor diesem Hintergrund ihren Anteil in Höhe eines Drittels an der Reederei dem Hamburger Konsortium Albert Ballin Feil geboten.
Wacker Neuson übertrifft Ziele
Auf Basis vorläufiger Zahlen steigerte Wacker Neuson seinen Konzernumsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 um 31 Prozent auf 991,6 Millionen Euro. Das EBITDA erreichte im Betrachtungszeitraum mit 162,6 Millionen Euro ebenfalls einen Rekordwert. Die EBITDA-Marge kletterte auf 16,4 Prozent, nach 10,3 Prozent im Vorjahr. Mit dem vorgelegten Zahlenwerk konnten die Münchner die ohnehin bereits angehobenen Prognosen noch übertreffen. Trotz einer möglichen Konjunkturabschwächung geht der Vorstand für 2012 von weiterem Wachstum aus. Gemäß früheren Äußerungen dürfte der SDAX-Konzern im laufenden Jahr erstmals die Umsatzmilliarde knacken.