Steffen Eidam
Der deutsche Aktienmarkt notiert am Donnerstagmittag nahezu unverändert bei 6.620 Punkten. Neuen Schwung könnte der DAX von der offenbar unmittelbar bevorstehenden Einigung zum griechischen Schuldenschnitt erhalten. Regierungssprecher Pantelis Kapsis sagte, die Einigung über ein neues Hilfsprogramm von 130 Milliarden Euro sei so gut wie sicher. Zudem soll ein eigener Sparkommissar eingesetzt werden. Unterdessen stattet Bundeskanzlerin Angela Merkel China einen Besuch ab. Im Vordergrund stehen dabei mögliche Käufe von europäischen Staatsanleihen. Am Nachmittag rücken dann Daten vom US-Arbeitsmarkt in den Blickpunkt.
Deutsche Bank verfehlt Erwartungen
Die Deutsche Bank hat mit der Bekanntgabe der jüngsten Geschäftszahlen die Erwartungen nicht erfüllen können. Demnach lag der Vorsteuerverlust des deutschen Branchenprimus im vierten Quartal bei 351 Millionen Euro, während Analysten im Vorfeld von einer Steigerung des Gewinns von 707 auf rund 900 Millionen Euro ausgegangen sind. Der scheidende Firmenchef Josef Ackermann verwies dabei auf "äußerst schwierige Marktbedingungen" im Zusammenhang mit der Staatsschuldenkrise. Der Nachsteuergewinn sank im gleichen Zeitraum von 601 auf 147 Millionen Euro. Hier lagen die Prognosen bei 572 Millionen Euro.
Milliardenauftrag für Airbus
Die EADS-Tochter Airbus zieht eine neue Milliarden-Order an Land. Der Low Cost Carrier Spirit Airlines hat 75 Flugzeuge der Airbus A320-Serie bestellt. Der Auftrag umfasst 30 herkömmliche Flugzeuge aus der A320 Familie und 45 Maschinen aus der A320neo Familie. "Seit sieben Jahren setzen wir die Flugzeuge der A320-Familie mit großem Erfolg ein", sagte Spirit-Chef Ben Baldanza. "Die Flugzeuge haben sich in jeder Hinsicht - Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit, Komfort und Effizienz - bestens bewährt. Mit den weiteren A320-Flugzeugen und den neuen A320neo-Flugzeugen werden wir auf all den Vorteilen weiter aufbauen, die uns diese Flugzeuge bisher gebracht haben."
HeidelbergCement verlängert Kreditlinie
HeidelbergCement hat eine ursprünglich Ende 2013 fällige Kreditlinie über drei Milliarden Euro bis zum 31. Dezember 2015 verlängert. 'Mit der Verlängerung sichern wir uns ausreichend Liquidität bis Ende 2015', sagte Konzernchef Bernd Scheifele. Neben den bisher beteiligten 17 Banken sind zwei weitere Institute dem Syndikat beigetreten. Der Schritt muss noch vom Aufsichtsrat genehmigt werden.
Mehr Gewinn für Munich Re
Die Versicherungskonzern Munich Re hat im vierten Quartal den Konzernüberschuss um ein Drittel auf etwa 630 Millionen Euro gesteigert. Dabei konnten die Analystenerwartung um rund 100 Millionen Euro übertroffen werden. Auf Jahressicht sanken die Einnahmen aufgrund zahlreicher Naturkatastrophen um rund ein Viertel auf 710 Millionen Euro. "Ein Jahr wie 2011 haben wir noch nicht erlebt", erklärte Finanzvorstand Jörg Schneider. Für das laufende Jahr erwartet Munich Re unter dem Strich einen Überschuss auf dem Niveau vor 2011, wo der Konzern rund 2,4 Milliarden Euro verdiente.
Gewinnsprung bei Sartorius
Der Labor- und Prozesstechnik-Spezialist Sartorius hat im vergangenen Jahr seinen Umsatz um elf Proztent auf 733,1 Millionen Euro ausgebaut. Der Auftragseingang zog gleichzeitig um zehn Prozent auf 749,5 Millionen Euro an. Beide Konzernsparten, Biotechnologie und Mechatronik, trugen dabei zum Wachstum bei. Sowohl das Geschäft mit Laborinstrumenten als auch mit Produkten der industriellen Wäge- und Kontrolltechnik verbesserten sich mit zweistelligen Raten, so der Konzern.
Sky Deutschland strebt Turnaround an
Sky Deutschland konnte im abgelaufenen Jahr seinen Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 42 Prozent auf minus 155 Millionen Euro reduzieren. Gleichzeitig kletterte der Umsatz um 17 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro. Die Anzahl der Kunden wuchs um 359.000 außerordentlich stark und überschritt mittlerweile die Marke von drei Millionen. Im laufenden Jahr dürfte sich das EBITDA nach Konzernangaben noch einmal deutlich verbessern, bevor dann 2013 der Sprung in die Gewinnzone erfolgen soll.