Deutsche Bank sieht dramatische Lage – DAX legt erneut zu: Außerdem Aurubis, Commerzbank, Deutsche Börse, E.on, Kontron und ProSiebenSat.1 im Fokus
Der deutsche Aktienmarkt freut sich am Donnerstag über moderate Gewinne von knapp einem Prozent. Am Morgen sorgten gute Daten von von der Wall Street für einen freundlichen Handelsauftakt. An den Anleihemärkten konnten Frankreich, Spanien und Italien Erfolge feiern. Dei Platzierungen wurden von den Investoren gut aufgegriffen. Am Nachmittag sorgten die Daten zum Philly-Fed-Index allerdings für gedämpfte Stimmung. Der
Diffusionsindex für die allgemeine Wirtschaftstätigkeit in der Region Philadelphia stieg von 6,8 auf 7,3 Punkte. Die Erwartungen lagen indes deutlich höher.
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Höherer Gewinn bei Aurubis
Der Kupfererzeuger Aurubis hat im Geschäftsjahr 2010/2011 seinen Umsatz um 35 Prozent auf 13,34 Milliarden Euro gesteigert. Gleichzeitig zog das operative Vorsteuerergebnis (EBT) um 84 Prozent auf 292 Millionen Euro an. Die Schätzungen der Analysten konnten somit übertroffen werden. Der Konzern will die Dividende um 20 Prozent auf 1,20 Euro je Aktie erhöhen. "Wir werden angesichts der unsicheren Entwicklungen im Umfeld unsere Strategie weiter verfolgen und an unserem Ziel, die Stärken im Unternehmen auszubauen, Chancen zu nutzen und die Widerstandsfähigkeit zu verbessern, festhalten", erklärte der neue Vorstandsvorsitzende Peter Willbrandt.
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Wirbel um Commerzbank
Die Commerzbank bestimmt erneut die Schlagzeilen. So hieß es, das Institiut konnte die EU-Kommission davon überzeugen, dass ein vollständiger Verkauf der Immobilientochter Eurohypo momentan nicht möglich ist. Ein Teilverkauf rücke somit immer näher. Das Handelsblatt wiederum geht von einer zeitnahen Genehmigung der Europäischen Kommission für die Integration der Tochter Eurohypo in den Konzern aus. Indes berichtete die Financial Times Deutschland, dass die EU-Bankenaufsicht bezweifelt, dass die Commerzbank die Refinanzierungspläne rechtzeitig einreichen wird. Somit wären weitere Staatshilfen "fast unumgänglich". Die Frist läuft am morgigen Freitag ab.
Düstere Prognose der Deutschen Bank
Jürgen Fitschen, der designierte Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, sieht die Lage an den Finanzmärkten dramatisch. Wie die WAZ schreibt, vergleicht Fitschen die Situation mit den Turbulenzen nach der Lehman-Pleite 2008. Fitschen verwies bei einem Empfang in Essen darauf, dass die Banken derzeit so viel Geld wie noch nie bei der Europäischen Zentralbank parkten. Zuletzt waren es 528 Milliarden Euro. "Unter uns nennen wir das Angst-Indikator", sagte Fitschen. Dieser Indikator sei heute höher als 2008. Er zeige, dass irgendetwas nicht stimme. Ein Ende der Krise in Europa sei nicht in Sicht. "Wir werden noch ein paar Jahre in dieser Situation bleiben."
USA genehmigt Fusion der Deutschen Börse
Die US-Börsenaufsicht SEC hat die Fusion von Deutscher Börse und NYSE endgültig genehmigt. Das Zustandekommen des 17 Milliarden Dollar schweren Zusammenschlusses obliegt jetzt einzig der Entscheidung der EU-Kommission. Die EU-Wettbewerbshüter hatten sich zuletzt aber gegen die geplante Fusion ausgesprochen. Knackpunkt sei eine zu befürchtende Dominanz auf dem Gebiet des börsengebundenen Derivatehandels. Eine endgültige Entscheidung trifft die Kommission am 9. Februar.
Wettbieten um E.on-Netz
Der geplante Verkauf des Gasnetzes von E.on stößt auf reges Interesse. Mindestens fünf Konsortien sollen sich für einen Kauf des größten deutschen Gasnetzes interessieren. Auch GdF Suez ist laut Konzernchef Chef Gérard Mestrallet an einem Kauf von Open Grid Europe interessiert. Auf der Handelsblatt-Energietagung bekundete er öffentlich das Interesse seines Konzerns an der zum Verkauf stehenden Gasnetztochter des deutschen Branchenprimus E.on. Neben GdF Suez haben bereits die Allianz, CPP, Macquarie, GS Infrastructure Partners und Borealis ihr Interesse bekundet. Je nachdem, ob E.on einen Minderheitsanteil behält, wird der Verkaufspreis von Open Grid Europe auf zwei bis 2,5 Milliarden Euro taxiert.
Kontron verkauft Geschäftssparte
Kontron verkauft seine Malaysia-Fertigung, Kontron Design Manufacturing Services (KDMS), an Plexus. Somit fließen dem Hersteller von Kleincomputern 35,2 Millionen Dollar in die Kasse. KDMS wird sich künftig den Bereichen Forschung, Entwicklung und strategischen Einkauf widmen. Kontron bezeichnete den Verkauf als weiteren wichtigen Schritt hinsichtlich der strategischen Fokussierung auf die Kernkompetenzen.
Exklusivvertrag für ProSiebenSat.1
Deutschlands größter Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 hat sich exklusiv die Filme und Serien von Warner Bros. gesichert. Wie das Handelsblatt berichtet, sichert sich ProSiebenSat.1 durch den Vertrag den Zugriff auf zahlreiche Kinofilme, zum Beispiel auf die Fortsetzung von Superman und eine Neuverfilmung von Batman. Darüber hinaus hat sich ProSiebenSat.1 den Zugriff auf die populäre Trilogie von Herr der Ringe und die Verfilmungen von Harry Potter gesichert. Der Vertrag beginnt laut Handelsblatt im kommenden Jahr. Zum Preis für die Rechte machte das Unternehmen keine Angaben.
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