Steffen Eidam
Die Verbraucherstimmung in den Vereinigten Staaten ist im Dezember erneut angestiegen. Dabei ruhen die Hoffnungen der Konsumenten vor allem auf eine Erholung des am Boden liegenden Arbeitsmarkts.
Keine andere Industrienation ist derart vom Verbraucher abhängig wie die USA. Der private Konsum macht rund 70 Prozent der US-Wirtschaft aus. Die aktuellen Umfragen zum Verbrauchervertrauen zählen daher zu den vielbeachtetsten Konjunkturindikatoren in den Vereinigten Staaten. Im Dezember hat sich die Stimmung der Verbraucher überraschend deutlich aufgehellt. Der vom Conference Board ermittelte Index kletterte von revidiert 50,6 Punkten im Vormonat auf 52,9 Punkte. Volkswirte hatten lediglich 52,0 Punkte erwartet.

Lageeinschätzung auf historischem Tief
Während die kurzfristigen Erwartungen auf den höchsten Stand seit zwei Jahren geklettert sind, sieht es bei der Bewertung der aktuellen Lage weiter düster aus. Die entsprechende Komponente fiel auf das niedrigste Niveau seit 26 Jahren. Trotz der gestiegenen Erwartungen der Konsumenten mit Blick auf den Arbeitsmarkt - Volkswirte erwarten in 2010 nur ein leichtes Absinken der US-Arbeitslosenquote von derzeit zehn Prozent - und das Wirtschaftsklima für Unternehmen sähen die Verbraucher die Entwicklung ihrer Einkommen eher pessimistisch. Die Ökonomen der Postbank erwarten aus diesem Grund, dass der Private Konsum so schnell noch keine entscheidenden Impulse zum Wirtschaftswachstum beitragen wird. US-Volkswirt Ryan Sweet: "Der Konsument konzentriert sich weiterhin auf das Notwendige."