US-Anleihen: S&P senkt Ausblick

Michael Herrmann

Standard & Poors hat den Ausblick für US-Anleihen gesenkt. Die Ratingagentur kritisiert besonders die hohe Staatsverschuldung. An den Märkten löst die Meldung heftige Reaktionen aus.

Schon seit Wochen wettert Pimco-Chef Bill Gross gegen US-Anleihen. Aus seinem Fonds hat er amerikanische Staatsanleihen vollständig verbannt. Im Gegenzug setzt er verstärkt auf Aktien. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat sich der Sekpsis gegenüber US-Anleihen nun ein Stück weit angeschlossen. Zwar vergibt die Ratingagentur weiter die Top-Note AAA. Der Ausblick wurde aber von "stabil" auf "negativ" gesenkt.

Hohe Schulden

S&P verweist darauf, dass die USA im Vergleich zu anderen Ländern mit Bestbewertung ein "sehr hohes" Haushaltsdefizit haben. Allein im laufenden Haushaltsjahr steigt der Schuldenstand der USA um bis zu 1,65 Billionen Dollar. Eine Neuverschuldung von über zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes. S&P könne nicht erkennen, wie die USA dieses Problem angehen wollen.

Heftige Reaktionen

Der gesenkte Ausblick war zwar von vielen Marktteilnehmern schon seit langem gefordert worden, der Schrecken war dennoch groß. Zehnjährige US-Anleihen eröffnen deutlich leichter. Der DAX fiel nach Bekanntgabe der Absenkung um rund 100 Punkte. Im Gegenzug hat der Euro seine Tagesverluste in etwa aufgeholt. Der Goldpreis stieg deutlich an und notiert knapp unter 1.500 Dollar je Feinunze.

Aktien statt Anleihen

Zweifellos ist die Schuldenproblematik in den USA ein brisantes Thema. Eine Abstufung der US-Anleihen würde vor allem die Anleihe-Märkte massiv unter Druck setzen. Das beste Chance-Risiko-Verhältnis bieten weiterhin Aktien. Ähnlich wie Bill Gross, sollten Anleger daher den Aktienanteil im Depot ausweiten.

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