Steffen Eidam
Die schlimmen Befürchtungen bei der aktuellen Erhebung zum ifo-Index sind nicht eingetreten. Das vielbeachtete Konjunkturbarometer zeigt sich im September überraschend stabil. Der DAX zieht daraufhin nach oben.
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Schuldenkrise in Europa haben die meisten Marktteilnehmer mit einem kräftigen Rücksetzer beim ifo-Index gerechnet. Dazu kam es aber nicht. Viele Investoren zeigten sich erleichtert und auch der DAX setzte zum Zwischenspurt an.
Stimmung nicht im Keller
Das Geschäftsklima der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland hat sich im September abgekühlt. Der entsprechende Index des Münchner ifo-Instituts istvon 108,7 auf 107,5 Punkte zurückgefallen. Dieser leichte Rückgang wird am Markt mit Erleichterung aufgenommen, denn die Prognosen sahen einen deutlich stärkeren Rückgang in den Bereich von 106 Zähler vor.
Beim wichtigsten deutschen Konjunkturfrühindikator konnte vor allem die Teilkomponente zur Beurteilung der aktuellen Lage überzeugen. Dieser hat sich nur minimal von 118,1 auf 117,9 Punkte verschlechtert. Volkswirte sahen hier einen Einbruch auf 115,9 Punkte voraus. Hinsichtlich der Geschäftserwartungen sank der Wert von 100,0 auf 98,0 Punkte im September. Experten erläutern, dass die weiterhin gute Lage der Unternehmen zeige, dass sich die deutsche Konjunktur den Missstimmungen in der Politik entziehen konnte.
Optimismus im Handel
Nach Angaben von Hans-Werner Sinn, dem Präsidenten des ifo Instituts, hat sich das Geschäftsklime im Einzelhandel und im Großhandel verbessert, nachdem es sich im vergangenen Monat in beiden Handelsstufen deutlich eingetrübt hatte. Die Großhändler stufen ihre Geschäftslage deshalb wieder positiver ein als im August. Das gilt auch für die Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten. Die Einzelhändler sind für das nächste Halbjahr sogar optimistischer als in der letzten Erhebung. Im Bauhauptgewerbe haben sich die Erwartungen hingegen eingetrübt, ebenso im Verarbeitenden Gewerbe.