Steffen Eidam

Das von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erhobene Branchenbarometer zeigt für den Monat März einen weiteren Rückgang der Verbraucherstimmung in Deutschland an. GfK-Chef Klaus Wübbenhorst fordert die Regierung zum Handeln auf.
Der GfK-Konsumklimaindex für den Monat März hat sich bereits zum fünften Mal in Folge eingetrübt. Viele Verbraucher blicken sorgenvoll auf die Entwicklung der europäischen Krisenstaaten wie Griechenland und befürchten in deren Sog eine schwächere Konjunkturentwicklung. Daneben drückt auch die Angst vor Arbeitsplatzverlusten die Konsumneigung der Deutschen. GfK-Chef Klaus Wübbenhorst stellt indes klare Forderungen an die Regierung.
Fünfter Rückschritt in Folge
Die Stimmung unter den deutschen Verbrauchern hat sich laut GfK-Konsumklima für den Monat März von 3,3 auf 3,2 Punkte abgeschwächt - das ist bereits der fünfte Rückgang in Folge. Volkswirte sind im Vorfeld allerdings von einem noch stärkeren Rückgang auf 3,0 Punkte ausgegangen. Laut GfK sorgen sich die Konsumenten in erster Linie um die weitere Entwicklung der Konjunktur. Die entsprechende Teilkomponente ist auch aufgrund der prekären Haushaltslage in einigen europäischen Ländern wie Griechenland um 7,1 Punkte auf minus 5,6 Punkte gesunken. Daneben drücke die künftig ungünstigere Arbeitsmarktsituation auf die Einkommenserwartungen, die leicht um 0,5 Punkte auf 12 Punkte zurückgegangen sind. Die Anschaffungsneigung sank ebenfalls leicht um 1,2 Punkte auf 24,2 Punkte.
Mehr Netto vom Brutto
Die GfK gibt auch für das laufende Jahr noch keine Entwarnung für den privaten Konsum. "Ein Katastrophenjahr ist aber auch nicht zu erwarten", sagte GfK-Chef Klaus Wübbenhorst. "Angesichts einer im europäischen Vergleich hohen Anschaffungsneigung haben wir keinen Grund, in tiefe Trauer zu verfallen." Das Nürnberger Institut erwartet für 2010 einen Konsum auf dem Niveau des Vorjahres. Allerdings bleibe keine Zeit zum Zurücklehnen. Dabei sieht Klaus Wübbenhorst vor allem die Regierung in der Verantwortung. Gerade beim Thema „mehr Netto vom Brutto", also die Entlastung der Bürger von Steuern und Abgaben müsse man in Berlin tätig werden. Wenig hilfreich seien die fortwährenden Diskussionen um neue höhere Abgaben. Die Bürger wollen eine hohe Planungssicherheit. Im Fokus der Regierung sollten nicht die nächsten Landtagswahlen stehen, vielmehr muss Deutschland weiter fit für den Aufschwung gemacht werden.