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Egon Vavrek: „Schwellenländer bleiben Outperformer“

Farshid Tremel

Osteuropas Börsen, allen voran die Moskauer Börse, sind die großen Gewinner dieses Jahres. Seit dem Tief im Januar hat sich das russische Börsenbarometer RTX mehr als verdoppelt. Hält die positive Stimmung an den Finanzmärkten an, dürften Russland und weitere Länder Osteuropas ihre Outperformance fortsetzen. LGT-Fondsmanager Egon Vavrek verrät, wo er die größten Chancen sieht.

Osteuropas Börsen, allen voran die Moskauer Börse, sind die großen Gewinner dieses Jahres. Seit dem Tief im Januar dieses Jahres hat sich das russische Börsenbarometer RTX mehr als verdoppelt. Hält die positive Stimmung an den Finanzmärkten an, dürften Russland und weitere Länder Osteuropas ihre Outperformance fortsetzen. LGT-Fondsmanager Egon Vavrek verrät, wo er die größten Chancen sieht.

Osteuropas Börsen, allen voran die Moskauer Börse, sind die großen Gewinner dieses Jahres. Seit dem Tief im Januar dieses Jahres hat sich das russische Börsenbarometer RTX mehr als verdoppelt. Hält die positive Stimmung an den Finanzmärkten an, dürften Russland und weitere Länder Osteuropas ihre Outperformance fortsetzen.

Zu den besten Osteuropafonds in diesem Jahr zählt der LGT Equity Fund Emerging Europe and MENA (WKN: A0R CKQ). Fondsmanager Egon Vavrek zählt im bisherigen Jahresverlauf, insbesondere in den letzten drei Monaten, dank einer hohen Russland-Gewichtung im Fonds zu den besten Osteuropamanagern. Im Interview verrät der Aktienexperte, wo er aktuell die größten Chancen sieht.

Herr Vavrek, es gibt bereits viele auf Osteuropa ausgerichtete Aktienfonds. Was können Sie denn besser machen als die Konkurrenten?

 

Der geographische Ansatz des LGT Emerging Fund Europe & MENA ist breiter ausgerichtet als bei den meisten Wettbewerbern. Zusätzlich zu den traditionellen Anlageländern wie Polen, Tschechien, Ungarn und Russland evaluieren wir Investments in Unternehmen in Ländern wie die Türkei, Ägypten und in weiten Teilen des Nahen Ostens. Wir sind überzeugt, dass diese Länder den Anlegern langfristig einen Mehrwert verschaffen. Sie sind auch besser aufgestellt, die aktuelle Krise zu meistern.

 

Der Konvergenzprozess in Osteuropa ist ins Stocken geraten. Einige osteuropäische Staaten gelten sogar als Pleitekandidaten. Wie beurteilen Sie die Lage?

Wir bei LGT sind davon überzeugt, dass Schwellenländer langfristig die besseren Wachstumsaussichten haben als die entwickelten Länder. Wir sind uns bewusst, dass die derzeit herausfordernden volkswirtschaftlichen Rahmendaten es den meisten Ländern schwierig machen werden, ihre Wachstumspotenziale zu erschließen, da kurzfristig zunächst leidvolle Anpassungen anstehen. Wir konzentrieren uns auf Länder, die strukturell besser aufgestellt sind, um mit den gegenwärtigen Herausforderungen fertig zu werden. Dazu zählen unter anderem Polen, Tschechien und bis zu einem gewissen Grad die Türkei und Russland. Viele Vertreter aus der EU haben ihre Unterstützung für die gebeutelten EU-Mitglieder aus Osteuropa zugesagt. Das war ein starker Hinweis darauf, dass die internationalen Organisationen nicht gewillt sind, diese Länder, beispielsweise das Baltikum und Ungarn, Bankrott gehen zu lassen. Länder außerhalb der EU könnten es da weitaus schwieriger haben.

 

Wie lauten Ihre Favoriten auf Länderebene und bei den Einzelwerten?

Ich fokussiere mich im derzeitigen Umfeld auf Unternehmen mit begrenzten Schulden, der Fähigkeit, hohe freie Cashflows zu generieren, gut planbaren Gewinnen, einem nachweislich fähigen Management und einer überdurchschnittlichen Profitabilität. Wie gesagt, machen wir keine Branchen- oder Länderallokation, aber ich versuche Länder mit massiven volkswirtschaftlichen Ungleichgewichten wie die Ukraine, das Baltikum oder Ungarn zu meiden.

 

Viele Währungen in ihren Zielregionen haben zuletzt abgewertet. Rechnen Sie mit einer Fortsetzung dieses Trends?

Ich sehe Anzeichen dafür, dass die Anleger anfangen, zwischen den schwachen und stabileren Volkswirtschaften der Region zu unterscheiden. Bisher wurden fast alle Währungen ähnlich stark abgestraft. Einige davon zu Unrecht, und diese dürften sich mittelfristig wieder ihrem fairen Gleichgewichtswert annähern. Die wirklich schwachen Währungen könnten dagegen

kurzfristig weiter abrutschen, solange die Probleme wie zu hohe Auslandsschulden und Haushaltsdefizite, welche die Kursverluste ausgelöst haben, nicht behoben sind.

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