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Nach dem Crash: Das sagen die Fondsprofis

Michael Herrmann

Die Verunsicherung nach der vergangenen Horrorwoche ist riesig. Die Sorge um einen Rückfall in eine globale Rezession und die Staatschuldenkrisen schrecken hat die Aktienmärkte aufgeschreckt. Das sagen die Fondsprofis zu den Ursachen und wie man jetzt handeln sollte.

"Die Sorge vor einer Rezession ist sicherlich überzogen", sagt Arnim Kogge, Leiter Private und Institutional Banking beim Bankhaus Ellwanger & Geiger. Den Märkten reiche es aber, mit diesem Gedanken zu spielen, um Verkaufsszenarien durchzuführen. Anleger sollten  nicht ins "fallende Messer" greifen, sondern abwarten. In einigen Branchen ergäben sich durch den Rückschlag attraktive Chancen. "Die Überverkaufssituation bietet durchaus gute Kaufgelegenheiten, insbesondere bei den defensiven Unternehmen wie der Chemie- und der Gesundheitsbranche", so Kogge.

Chancen bei zyklischen Unternehmen

Für Aris Vatis, Fondsmanager des Fidelity American Growth, kam der Rückschlag nicht ganz unerwartet. Die Wachstumserwartungen seien schlicht zu hoch gewesen. "Inzwischen sind die Erwartungen realistischer und die Bewertungen nach der jüngsten Marktkorrektur attraktiv", so Vatis. Gerade bei vielen zyklischen Unternehmen bieten sich nach Ansicht des Fondsmanagers inzwischen attraktive Kaufgelegenheiten. Für das zweite Halbjahr bleibe er zuversichtlich. „Den Unternehmen geht es nach wie vor gut", so Vatis. Vor allem die Autobranche werde sich schnell erholen.

Technologie bleibt interessant

Auch Stuart O'Gorman, Fondsmanager des Henderson Horizon Global Technology, bleibt optimistisch. Ungeachtet der wirtschaftlichen Unsicherheiten in den USA und auf globaler Ebene sei der Technologiesektor interessant. "Technologieaktien bleiben günstig bewertet und werden von einer Reihe konjunkturunabhängiger Trends getrieben", so der Fondsmanager. Besonders itneressant findet O'Gorman das Hotelbuchungsportal Priceline.com, den chinesischen Suchmaschinenanbieter Baidu.com sowie Apple.

Auf die Unternehmensgewinne achten

Auch der Schweizer Fondsanbieter Swisscanto ist weiter von Aktien überzeugt. Die Staatsschuldenkrise überdecke, dass die Gewinne der US-Unternehmen im zweiten Quartal die Erwartungen der Analysten übertroffen haben. "Das zeigt, dass die US-Wirtschaft wieder Fahrt aufgenommen hat", so Thomas Härter, Leiter der Anlagestrategie von Swisscanto. "Einen Rückfall in die Rezession halten wir für wenig wahrscheinlich." Swisscanto halte daher an seinem leichten Übergewicht bei Aktien und Rohstoffen fest.

Bärenstarke deutsche Unternehmen

Miguel Corte-Real, Product Director European Equities von Fidelity ist vor allem für deutsche Aktien optimistisch. "Obwohl viele deutsche Unternehmen starke Gewinne und gute Fundamentaldaten vorweisen und ihren Anteil am Export in die Schwellenländer zunehmend ausweiten, hat der DAX seit einer Woche rund elf Prozent verloren", so Corte-Real. Eine Krise in den USA oder Südeuropa sei für Deutschland weniger dramatisch. Ein genauer Blick zeige, dass die Schwellenländer und insbesondere China die wichtigsten Abnehmer sind und nicht die USA oder die Länder in der Peripherie Europas.

Schnäppchenland Deutschland

Die Bewertung deutscher Aktien ist laut Corte-Real sehr attraktiv. "Deutsche Unternehmen sind bezogen auf ihr Kurs-Gewinn-Verhältnis so attraktiv bewertet wie schon lange nicht mehr. Mit 9,5 hat das KGV für den DAX einen so niedrigen Wert, wie in den vergangenen 20 Jahren bisher nur ein Mal", so der Fidelity-Experte.

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