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Michael Keppler: "EMEA-Region ist am attraktivsten"

Farshid Tremel

Michael Keppler zählt zu den populärsten Schwellenländer-Fondsmanagern Deutschlands. Keppler, der unter anderem für den Fonds Global Advantage Emerging Markets High Value verantworltich zeichnet, verrät im Interview mit dem AKTIONÄR, wo sich der Einstieg in Schwellenländern noch lohnt.

 DER AKTIONÄR: Herr Keppler, Schwellenländerbörsen waren im ersten Halbjahr nicht zu bremsen. Ist das Aufwärtspotenzial jetzt ausgeschöpft?

MICHAEL KEPPLER: Nein, die im MSCI Emerging Markets Index enthaltenen Titel sind heute etwas höher bewertet als die Komponenten des MSCI World, der die Industrieländerbörsen repräsentiert. Ich gehe seit mehreren Jahren davon aus, dass die Emerging Markets durchaus höher bewertet sein können als die etablierten Börsen, da das Wachstumspotenzial dort vermutlich auf längere Sicht höher sein wird als in den Industrieländern.

 

 Welche Region favorisieren Sie?

Die EMEA-Region, also Osteuropa, Mittlerer Osten und Afrika, ist derzeit am attraktivsten. In Asien könnte ich mir mittelfristig eher eine Konsolidierung vorstellen. In Lateinamerika sind nach dem Wegfall von Argentinien aus dem Index nur noch Brasilien und Mexiko nennenswerte Kandidaten.

 

 Welche Länder haben Ihrer Ansicht nach das größte Aufwärtspotenzial?

Neuerdings sind wir wieder in Brasilien engagiert, nachdem wir den Markt Anfang 2008 bei wesentlich höheren Kursen zum Verkauf gestellt hatten. In der Region EMEA favorisieren wir Ägypten, Polen, Russland, die Türkei und Ungarn. In Fernost sind wir in Taiwan und Thailand investiert. Nach unseren Analysen sind diese Märkte zur- zeit im Vergleich zum MSCI Emerging Markets Index um mehr als 25 Prozent unterbewertet. Erfahrungsgemäß baut sich so eine Unterbewertung auf Sicht von etwa drei bis fünf Jahren ab. Dadurch ergibt sich ein jährliches Outperformance-Potenzial von etwa fünf bis acht Prozent.

 

 Lohnt sich also aktives Management bei Schwellenländerfonds?

Nach Abzug von Kosten sollten drei bis  jährlich fünf Prozent mehr als im Index übrigbleiben. Das entspricht dem Mehrwert, den wir in der Vergangenheit für unsere Anleger im langfristigen Durchschnitt im Vergleich zu konkurrierenden Produkten erzielen konnten.

 

 Verraten Sie uns zum Schluss noch Ihre Branchenschwerpunkte?

Nach den enormen Umstrukturierungen in den vergangenen Jahren beurteilen wir die Telekommunikationsbranche positiv. Versicherungen, Medien, ausgewählte Finanzwerte sowie Versorger und Energietitel stufen wir ebenfalls überdurchschnittlich ein.

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