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Abverkauf oder Schnäppchenjagd? Das raten Fondsprofis

Michael Herrmann

Die Aktienmärkte haben erneut eine turbulente Handelswoche hinter sich. Selbst für Profis ist die aktuelle Marktlage eine große Herausforderung. In den teils massiven Kursverlusten erkennen sie aber auch attraktive Investmentchancen.

Nach Ansicht von Mikio Kumada, Global Strategist bei LGT Capital Management, bleibt die Lage an den internationalen Finanz- und Kapitalmärkten schwierig. Kurzfristig sieht Kumuda ein erhöhtes Risiko von Rezessionen sowie Unsicherheiten in Bezug auf die Stabilität des Finanzsystems, insbesondere des europäischen.

Positive Signale

Allerdings gibt es laut Kumada erste positive Entwicklungen. So sei die Rede von Christine Lagarde positiv gewesen. Die IWF-Chefin habe mit überraschender Deutlichkeit die beschleunigte Stärkung der europäischen Banken gefordert. Auch die Fusion der beiden größten Privatbanken Griechenlands sei ein positiv Signal. Damit ist laut Kumuda die erste wichtige privatwirtschaftliche Konsolidierungsaktivität in Griechenland seit Beginn der Krise erfolgt. Dies könnte den Startschuss für einen breiteren Umstrukturierungsprozesses in Griechenland darstrellen.

Bernankes Haltung langfristig positiv

Positiv seien auch die Aussagen Ben Bernankes zu werten. Die zurückhaltende Haltung des Fed-Chefs erhöhe zwar die Rezessionsgefahr. Dies sei längerfristig aber nicht schlimm, sondern wirke erleichtere die Umsetzung notwendiger Umstrukturierungen.

Aktienanteil erhöht                                                       

PEH Wertpapier hat die teils drastischen Kursverluste der vergangenen Wochen zum Neueinstieg genutzt. "Wir haben die schwachen August-Tage an der Börse genutzt und die Aktienquote des PEH Empire wieder auf 25 Prozent erhöht", sagt Vorstand Sven Ulbrich. Zuvor hatte die Gesellschaft den Aktienanteil ihres vermögensverwaltenden Mischfonds PEH Empire (ISIN: LU0086120648) mittels Absicherungsgeschäften zeitweise auf null abgesenkt.

Deutschland mit attraktivem Chance-Risiko-Verhältnis

Für Karl Huber, Fondsmanager des Pioneer Investments German Equity Fonds (ISIN: DE0009752303), bietet der deutsche Aktienmarkt ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis. "Der Aktienmarkt hat in seinen aktuellen Kursen eine deutliche Abschwächung des Wirtschaftswachstums in Deutschland bereits eingepreist", so Huber. Der Fondsmanager rechnet nicht damit, dass Deutschland in eine Rezession verfällt. Aktuell gebe es lediglich eine wenig überraschende konjunkturelle Abkühlung. Insgesamt erwartet Huber mittelfristig eine deutliche Kurserholung am deutschen Aktienmarkt.

Gefahr durch nationale Parlamente

Die weitere Entwicklung der deutschen Aktienmärkte hänge entscheidend von der Ratifizierung des Euro-Rettungsschirms ab. "Was den Aktienmarkt allerdings in Panik versetzt und zu Übertreibungen geführt hat, war die zusätzlich auftretende Zuspitzung der Schuldenkrise in Europa und den USA", sagt Huber. "Sollten die Parlamentarier eines Euro-Landes ihre Zustimmung verweigern, ist davon auszugehen, dass dies wieder zu größeren Erschütterungen am Markt führt."

Grundstoffindustrie im Fokus

Bei seinem Fonds setzt Huber derzeit besonders auf Unternehmen aus der Grundstoffindustrie wie Aurubis, K+S oder Linde. Insgesamt hat er in den vergangenen Tagen die teils drastischen Kursverluste zum Aufbau neuer Aktienpositionen genutzt. "Die Panik an den Märkten führte dazu, dass auch sehr gut aufgestellte Unternehmen zu Unrecht abgestraft wurden. Für uns eine günstige Gelegenheit zu kaufen", sagt Huber.

Aktien-Reports

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