Carsten Englert
Das schweizerische Bankhaus Vontobel tut es den Filmstudios in Hollywood gleich: Einem Kassenschlager wird gleich ein zweiter Teil hinterhergeschoben.
Reich wird, wer in Unternehmen investiert, die weniger kosten, als sie wert sind." Damit beschreibt Investorenlegende Warren Buffett seine Anlagestrategie. Dieser Ansatz, nach unterbewerteten Aktien zu suchen, wird auch Value-Ansatz genannt.
Leitindex übertrumpft
Ein gutes Beispiel für die Überlegenheit der Value-Strategie ist das Swiss Value Zertifikat, das Vontobel im Februar 2009 auf den Markt brachte. Das Research Team der Schweizer hat einen Value-Ansatz speziell für den heimischen Aktienmarkt entwickelt. Aus einem Pool von 160 Aktien wird nach Kennzahlen eine Vorauswahl getroffen. Daraus wählen die Experten im Rahmen einer subjektiven Fundamentaleinschätzung zehn Unternehmen aus. Das Ergebnis des ersten Teils kann sich sehen lassen: Seit Auflegung kletterte das Zertifikat um 68,4 Prozent. Der schweizerische Leitindex SMI konnte lediglich 33,2 Prozent hinzugewinnen.
Teil 2 mit einem „Alt-Darsteller"
Seit der Emission am 5. Februar hat auch Nachfolger Swiss Value Basket 2010 bereits 2,5 Prozent zugelegt. Der Ansatz ist wieder der gleiche, nur mit den aktuell günstigsten Werten. Erneut sind zehn Unternehmen mit unterschiedlicher Gewichtung, je nach Marktkapitalisierung und Liquidität, vertreten. Als einziger „Alt-Darsteller" aus dem ersten Teil hat es der Versicherungskonzern Bâloise Holding auch in die Fortsetzung geschafft. Er gehört trotz einer Kurssteigerung von 40 Prozent seit Februar 2009 immer noch zu den günstigsten Aktien der Alpenrepublik. Einziger Wermutstropfen: Die etwas zu kurz geratene Laufzeit.
Ein Oscar für die Regie
Die Strategie von Vontobel funktioniert. Wer dem Schweizer Aktienmarkt ein gutes Jahr 2010 zutraut, wird auch an der Fortsetzung des erfolgreichen Produktes Freude haben. Anleger sollten das Swiss Value Basket 2010 Zertifikat (WKN: VT0 EN2; aktueller Kurs: 103,10 Euro) kaufen. Stoppkurs bei 75 Euro setzen.