Markus Bußler
Der Kurs der Henkel-Aktie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten glatt verdoppelt. Allerdings sind die Papiere inzwischen auch ambitioniert bewertet. Anleger sollten jetzt auf eine überfällige Korrektur spekulieren.
Der Ausblick klingt optimistisch: Der Konsumgüterspezialist Henkel erwartet für das laufende Jahr einen Anstieg beim bereinigten Ergebnis von mehr als zehn Prozent. Das Krisenjahr 2009 mit einem Umsatzrückgang von 3,9 Prozent hat der DAX-Konzern damit bereits abgehakt und konzentriert sich auf das künftige Wachstum.
Wachstumstreiber Schwellenländer
Dieses Wachstum soll wohlgemerkt organisch erreicht werden. Zukäufe plant der Konzern derzeit nach eigenen Angaben nicht. Der Schuldenabbau und eine strikte Kostendisziplin haben in den kommenden Monaten Vorrang. Das Wachstum soll vor allem aus den Schwellenländern kommen. Betrug der Umsatzanteil bislang 38 Prozent, sollen es 2012 bereits 45 Prozent sein.
Sorgenkind: Klebstoffe
So weit so gut. Allerdings hat Henkel nach wie vor ein Sorgenkind: Die Klebstoffsparte. Zwar soll die Integration von National Starch bereits 2010 vollzogen sein, doch die Umsatzentwicklung wirft derzeit noch Fragen auf. Immerhin schrumpfte der Erlös in diesem Segment um zehn Prozent. Die Entwicklung liegt damit deutlich hinter der des Konkurrenten Beiersdorf. Vor diesem Hintergrund erscheint die eigene Prognose, im laufenden Geschäftsjahr einen "deutlichen Anstieg" zu erreichen, arg optimistisch. Zumal sich Henkel im laufenden Jahr zunehmend mit steigenden Rohstoffkosten auseinandersetzen dürfte. Für das Konsumentengeschäft, zu dem die Wasch- und Reinigungsmittel wie Persil gehören, erwartet Vorstandsvorsitzender Kasper Rorsted im laufenden Jahr auch nur eine leichte Verbesserung.
"Kein Aufwärtspotenzial"
Nachdem sich der Kurs des DAX-Titels in den vergangenen zwölf Monaten verdoppelt hat, ist die Aktie mit einem erwarteten 2010er-KGV von 16 derzeit alles andere als günstig bewertet. "Bewertungstechnisch hat die Aktie des Konsumgüterherstellers zur Zeit kein Aufwärtspotenzial", sagt Nadeshda Demidova, Analystin bei Equinet.

Short mit Hebel 4
Risikofreudige Anleger können mit dem Henkel Turbo-Bear (WKN CG6 PAN) von der Citigroup auf eine Gegenbewegung bis in den Bereich von 32 Euro setzen. Das Derivat (akt. Kurs: 0,96 Euro) hat einen Hebel von 4 und seine Knock-Out-Barriere bei 47,54 Euro. Ein Stoppkurs bei 0,70 Euro sichert ab.