Thorsten Küfner
Nach dem Ausverkauf der vergangenen Woche legen die Kurse für Gold und vor allem Silber wieder deutlich zu. Wie sind die weiteren Aussichten und wie sollten Anleger nun reagieren?
Der Goldpreis hat nach den Kursverlusten der vergangenen Woche wieder deutlich zulegen können. Noch stärker fiel der Zuwachs bei Silber aus. Verständlich, schließlich gab das Edelmetall ausgehend vom kurzzeitig markierten Allzeithoch bei 49,79 Dollar je Feinunze in der Spitze mehr als 30 Prozent ab (hauptsächlich bedingt durch die Erhöhung der Sicherheitsleistungen/Margins, DER AKTIONÄR berichtete). Nach der von vielen Charttechnikern erhofften Korrektur ist nun charttechnisch betrachtet der Boden für eine Fortsetzung der Silberrallye bereitet, zumal der seit August gültige Aufwärtstrend weiterhin intakt ist.
„Viele Spekulanten unterwegs"
Eher skeptisch gestimmt für die weitere Entwicklung des Silberpreises ist indes Frank Heinricht, Chef des Edelmetallhändlers Heraeus. Seiner Ansicht nach sei die industrielle Nachfrage bei weitem nicht so stark gestiegen, wie es der Silberpreis suggeriere. Demnach sei ein Silberpreis zwischen zehn und 20 Dollar gerechtfertigt, alles darüber hinaus sei durch Spekulation getrieben. Heinricht betonte, dass „immer noch sehr viele Spekulanten unterwegs" seien.
Mexiko verzehnfacht Goldbestände
Indes hat Mexiko nach Angaben der Zentralbank in den vergangenen Monaten seine Goldbestände massiv erhöht - und sich im Gegenzug von US-Dollar getrennt. Das lateinamerikanische Land hat für 4,3 Milliarden Dollar 93,3 Tonnen Gold gekauft. Damit verfügt der Staat nun über mehr als 100 Tonnen Gold, womit das Edelmetall in etwa vier Prozent der „Devisenreserven" des Landes beträgt. Auch die Notenbanken Russlands und Thailands haben kürzlich für achtstellige Dollar-Summen Gold gekauft.

Nur mit Stoppkursen arbeiten!
Die Aussichten für die beiden Edelmetalle bleiben angesichts der anhaltenden Inflationsrisiken vor dem Hintergrund der expansiven Geldpolitik der bedeutendsten Industriestaaten gut. Ein langfristiges Investment in Gold und Silber erscheint daher sinnvoll. Mutige Anleger, die nicht in Aktien von Minenbetreibern oder in physisches Gold investieren wollen, können auf Derivate setzen. So bleibt die AKTIONÄR-Altempfehlung, der Turbo-Call aus dem Hause Commerzbank (WKN DR2 AQM), weiterhin kaufenswert (Stopp bei 45,90 Euro). Bei Silber lohnt ein Blick auf den Turbo der BNP Paribas (WKN BN7 4JK). Der Hebel beträgt derzeit 3,3, die Knock-out-Schwelle liegt bei 27,86 Dollar. Anleger sollten auch hier unbedingt einen Stoppkurs setzen.