Daniel Fehring, Devisen-Profi, www.tradingcoach.de
Alles gerettet, so lautete die "Devise" für den Euro am vergangenen Montag. In letzter Minute wurde bis in die Nacht ein Rettungsfond gegründet, um die Stabilität des Euros zu bewahren. Aber die Begeisterung war nur von kurzer Dauer. Eine fundamentale und charttechnische Analyse nach dem Griechenland-Gau!
Jeder, der eins und eins zusammenzählen kann, rechnet sich aus, was das für uns alle bedeuten wird. 128 Milliarden Euro soll der deutsche Anteil an diesem 750 Milliarden schweren Rettungsfond sein. Die Frage: Woher nehmen und nicht stehlen? Deutschland ist mit über 1Billion Euro verschuldet. Dann kommt es auf zehn Prozent mehr oder weniger auch nicht an. Das Motto lautet: Wir machen Schulden für die Schulden anderer.
Für mehrere Länder
Nur wer bekommt diese 750 Milliarden Euro? Ganz einfach, diejenigen Länder, die nicht haushalten können. Griechenland hat den Anfang gemacht. Aber Griechenland benötigt angeblich nur Milliarden Euro. Für wen ist dann der Rest? Nach Beschließung des Rettungsfonds wurde erstmals auf politischer Ebene zugegeben, dass der Geldtopf gleich für mehrere Länder eingerichtet wurde. Direkt wurden keine Ländernamen genannt, aber wir alle können uns denken, dass wir von Portugal, Spanien und Italien sprechen. Da kommt offensichtlich noch einiges auf uns zu.
Doch welchen Einfluss hat dieses Paket jetzt auf uns und auf den Euro? Deutschland und Frankreich sind die Zugpferde der Europäischen Gemeinschaft. Eine erste Konsequenz daraus für uns Deutsche: Unsere Verschuldung steigt weiter rasant. Es mehren sich die Zeichen, dass wir bald als "Sponsor" für die Europäische Gemeinschaft ausgeblutet sein werden. Machen wir uns nichts vor: Aktuell missbrauchen wir den Euro, um die Schulden in der Europäischen Gemeinschaft nach dem Prinzip "linke Tasche - rechte Tasche" umzuverteilen.
Die Konsequenz aus Verschuldungsorgie
Fakt ist: Wir brauchen Geld. Was macht ein Staat, wenn er Geld benötigt? Ganz einfach, er druckt es eben. Die USA machen es uns vor. Wer die Macht hat, hat auch die Macht über die Druckerpresse. Die Konsequenz aus dieser Verschuldungsorgie liegt auf der Hand. Wir werden es künftig mit einer heftigen Inflation zu tun haben. Aus dem jüngsten EZB-Bericht geht hervor, dass der Druck von neuen Banknotenserien bereits im vollen Gange ist. Der Euro muss einfach abgewertet werden, damit die gigantische Schuldenlast getilgt werden kann.
Devisen-Analyse
Kommen wir aber zur Kernfrage. Wie geht es jetzt mit unserer Währung weiter? Betrachten wir uns einmal den EUR/USD charttechnisch.
Aktuell befinden wir uns an einer Unterstützung. Diese wurde leicht bzw. nicht nachhaltig unterschritten. Nach dem langen Absturz bzw. Abverkauf des Euros werden wir jetzt erst einmal eine Erholung sehen. Zwar ist derzeit noch mit einem kurzen Rücksetzer bis 1,2320 Dollar möglich. Auf mittelfristige Sicht wird sich der Kurs jedoch wieder über der Marke von 1,3600 Dollar ansiedeln. Dafür sprechen nicht nur die einfachen Chartformationen. Auch die Indikatoren, die ich für meine Devisen-Analyse heranziehe, zeigen überdeutlich eine stark überverkaufte Situation an. Natürlich ist diese Entwicklung für den Europäischen Markt günstig, da wir als Exportraum unsere Produkte günstiger ins Ausland verkaufen können. Doch womit Sie fest rechnen sollten, ist das Intervenieren der Zentralbanken bei Kursen unter 1,2300 Dollar.

Eng absichern
Trotz der gigantischen Schuldenlast, die der Euro-Raum gerade anhäuft, sollten Sie mittelfristig auf einen Anstieg des Euros bis in den Bereich von 1,3600 Dollar setzen. Sehr kurzfristig und spekulativ ausgerichtete Anleger können in den nächsten Tagen noch auf leichte Rücksetzer in der Währung bauen. Doch sollten Sie Ihren Stop-Loss extrem eng wählen.
Mehr von Devisen-Profi Daniel Fehring finden Sie auf dem neuen Tradingportal www.tradingcoach.de. Dort gibt Fehring Live Tradings, in denen Sie mit ihm aggressiv die großen Währungspaare handeln können. Gleichzeitig gibt er in Webinaren zum Download Einblicke in die Faszination Devisenhandel.