Stefan Limmer
Die Ratingagentur Moody’s ist mit dem EU-Gipfel vom Wochenende unzufrieden und schickt eine Warnung an die Länder der europäischen Union. Der Euro gerät deshalb massiv unter Druck und durchbricht eine psychologisch wichtige Unterstützung. Die Abwärtsdynamik sollte sich in den nächsten Handelstagen weiter beschleunigen.
Nachdem bereits Anfang der letzten Handelswoche die Ratingagntur Standard & Poor’s eine Überprüfung der Kreditwürdigkeit von 15 Euroländern ankündigte, legte am Montag die Agentur Moody’s nach.
Nichts neues aus Brüssel
Nach Meinung von Moody’s brachte der EU-Gipfel in Brüssel nur wenige neue Maßnahmen zur Lösung der Schuldenkrise in der Euro-Zone hervor. Die Bonitätsprüfer vermissten außerdem kurzfristige Maßnahmen zur Stabilisierung der angespannten Lage. Aufgrund der unzureichenden Lösungsansätze vom Wochenende bekräftigte die Agentur ihre Warnung vom November, die Bewertung aller EU-Staaten Anfang 2012 genau unter die Lupe zu nehmen.
Gewinne laufen lassen
Die europäische Leitwährung reagierte auf die Drohung der Agentur mit massiven Kursverlusten. EUR/USD durchbrach am Montag die psychologisch wichtige Unterstützung bei rund 1,32 USD und markierte ein neues 2-Monatstief. Die Bären haben das Ruder fest in der Hand. Die Abwärtsdynamik sollte sich daher in den nächsten Tagen weiter beschleunigen. Der nächste charttechnische Widerstand ist bei der 1,30 USD zu finden. Anleger, die bereits auf eine Abwertung des Euros spekulieren, sollten die Gewinne laufen lassen und den Stop-Loss nachziehen.