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Kampf den Mini-Zinsen

Leon Müller
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Die Geldmarktzinsen bewegen sich weiterhin auf Rekordtiefs. Zudem sind seit dem Kaupthing-Desaster viele Anleger nicht bereit, ihr Cash bei kleineren ausländischen Banken zu parken. Die Zertifikateindustrie bietet Alternativen.

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Die Geldmarktzinsen bewegen sich weiterhin auf Rekordtiefs. Zudem sind seit dem Kaupthing-Desaster viele Anleger nicht bereit, ihr Cash bei kleineren ausländischen Banken zu parken. Die Zertifikateindustrie bietet Alternativen.

Anleger haben es derzeit nicht leicht: Wegen des niedrigen Zinsniveaus gibt es für festverzinsliche Anlagen nur mickrige Renditen. Für ein Jahr sind es maximal 2,75 Prozent, bei Sparbriefen können es auch mal über drei Prozent sein. Hiervon sind dann noch Abgeltung­steuer und Soli-Zuschlag sowie eventuell Kirchensteuer abzuziehen.

Um überhaupt noch einen Anreiz zu haben, das Geld nicht einfach unter die Bettmatratze zu legen, sollten es daher schon ein paar Ticks mehr sein. Allerdings geht eine höhere Rendite immer mit einem höheren Risiko einher.

Zertifikat mit Erinnerungsvermögen

Überschaubar sind die Risiken beim neuen Memory Express-Zertifikat 5 der Société Générale. „Memory“ deshalb, weil Kuponzahlungen, die eventuell ausfallen, zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Das „Express“ steht für die Chance auf eine vorzeitige Rückzahlung: Notiert der Index am jährlichen Beobachtungstag auf oder über seinem Startniveau, erhält der Anleger zusätzlich zu den Kuponzahlungen den Nennwert zu 100 Prozent zurück.

Misserfolg unwahrscheinlich

In die Verlustzone gerät man mit diesem Produkt erst, wenn der Euro Stoxx 50 in den nächsten fünf Jahren um mehr als 45 Prozent einbrechen würde. Es ist dies aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre nicht auszuschließen, doch bei allen Unwägbarkeiten ein sehr unwahrscheinliches Szenario.

Zertifikat auf Öl und Inflation

„Anleger, die dieses Produkt kaufen, brauchen eine klare Meinung“, so Chris­tine Dillinger von BNP Paribas über die neue Inflation & Öl Anleihe. Diese Meinung sieht so aus, dass der Ölpreis nicht stark fallen und die Inflation anziehen wird. Nach Einschätzung der Analysten von Exane BNP wird es so sein: Sie gehen davon aus, dass ab 2011 die Teuerungsrate deutlich steigen und Öl im Jahr 2012 bei 85 Dollar notieren wird. Zugegeben, eine weitverbreitete Einschätzung.

Erstes Jahr fix

Unabhängig von den Basiswerten erhält der Anleger im ersten Laufzeitjahr einen Fix-Kupon von sieben Prozent. Erst in den Jahren bis 2014 kommt es darauf an, was der Ölpreis, der durch den S&P GSCI Crude Oil Index abgebildet wird, macht. Notiert das Barometer jeweils über der Barriere, gibt es vier Prozent plus der jährlichen Inflationsrate. Die wiederum wird durch den HICP ex tobacco Index festgestellt. Angenommen, die Teuerung liegt bei drei Prozent, würde sich der Kupon auf sieben Prozent beziffern. Sollte die Inflationsrate sogar auf fünf Prozent anwachsen, gäbe es eine Kuponzahlung von neun Prozent. Am Ende der Laufzeit bekommt der Anleger 100 Euro pro Zertifikat ausbezahlt, falls auch hier die Barriere von 60 Prozent des Startwertes nicht gerissen wird.

Im Kalender vormerken

Beide Zertifikate eignen sich bestens für Anleger, die renditestarke Alternativen zu Sparbriefen oder Festgeldanlagen suchen. Selbst die eingebau­ten Risikokomponenten passen in das Profil eines defensiv orientierten Investors. Da sich die Zertifikate noch in der Zeichnungsphase befinden und hier ein Ausgabeaufschlag fällig ist, sollte man auf die Börseneinführung warten. Hier dürfte der Anleger zum Nennwert kaufen können.

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