DAX: Wenn’s immer so einfach wäre
Mit Ansage gab es gestern ein „Sell the news“ nach der EZB-Zinssenkung. Und mit Ansage scheiterte der DAX in der Zielzone des AKTIONÄR. Selten war es so einfach, an der Börse Geld zu verdienen. Nachfolgend die neue DAX-Analyse.
Zunächst ein Auszug aus der DAX-Analyse vom Donnerstag: Die Luft für die Bullen wird allmählich dünn. Der Index hat die Zielzone zwischen 6.600 und 6.650 Punkten, die sich aus mehreren markanten Hoch- und Tiefpunkten ableitet, nahezu erreicht. Bei 6.705 Punkten liegt zudem das 61,8%-Fibonacci-Retracement über die Korrektur von März bis Juni. Hier sollten Anleger folglich mit Rücksetzern rechnen.
Der DAX erreichte gestern im Hoch 6.641 Punkte, ehe er den Weg gen Süden einschlug. In einem Chart-Update am Nachmittag hatte DER AKTIONÄR diese Gefahr noch einmal betont. Zum Handelsende schloss der Index bei 6.535 Punkten 0,45 Prozent oder gut 29 Zähler leichter als noch am Mittwoch.
Anleger, die Long-Positionen rechtzeitig glattstellten, wie auch Shorties, die auf fallende Kurse setzten, kamen gestern voll auf ihre Kosten. Wieder einmal zeigt sich: Timing ist alles an der Börse. Aus charttechnischer Sicht wurde die Widerstandszone zwischen 6.600 und 6.650 Punkten gestern einmal mehr bestätigt. Erst über dem Zwischenhoch bei 6.641 Punkten entsteht ein prozyklisches Kaufsignal für die Bullen.

Auf der Unterseite würde ein Test des Ausbruchslevels bei 6.440/6.430 Punkte nicht überraschen. Durch das Hoch gestern haben sich nämlich auch die Fibonacci-Retracements verschoben. Das 38,2%-Retracement liegt jetzt bei 6.433 Punkten, die anderen beiden bei 6.368 und 6.304 Punkten.
Nach dem turbulenten Tag gestern müssen sich Bullen wie Bären erst einmal fangen. Rechnen Sie daher durchaus mit einer Seitwärtsbewegung.
Tradingtechnisch ergeben sich bei 6.440 Punkten gute antizyklische Einstiegsmöglichkeiten, da enge Stopps möglich sind. Kann der DAX die Unterstützung nicht halten, sollten Anleger Positionen vorsichtshalber wieder schließen und ein mögliches Erreichen der unteren Retracements abwarten.
Fazit: Der DAX hat die Zielzone zwischen 6.600 und 6.650 Punkten gestern abgearbeitet und schlug in der Folge den Weg nach Süden ein. Anleger sollten nach Verkäufen gestern heute eher die Füße still halten. Erst bei einem Test des Ausbruchslevels bieten sich für Mutige wieder Long-Engagements an.
Die wichtigen charttechnischen Marken im DAX im Überblick:
Widerstände: 6.641 Punkte (Zwischenhoch), 6.600-6.650 Punkte (Widerstandszone), 6.705 Punkte (61,8%-Fibo-RT), 6.875 Punkte (Zwischenhoch), 6.945 bis 6.981 Punkte (Gap), 7.000 Punkte (horizontal), 7.194 Punkte (Jahreshoch), 7.383, 7.523, 7.600 Punkte (Zwischenhochs)
Unterstützungen: 6.440/6.430 Punkte (Ausbruchslevel, 38,2%-Fibo-RT), 6.308 Punkte (200-Tage-Linie), 6.230 Punkte (horizontal), 6.096 Punkte (Zwischentief), 6.000 Punkte (horizontal), 5.914 Punkte (Zwischentief), 5.817 Punkte (61,8%-Fibo-RT), 5.750 Punkte (horizontal), 5.528 Punkte (Gap), 5.366 Punkte (Zwischentief), 4.965 Punkte (2011er Tief)
Eine Video-Chartanalyse zum DAX, in der auch ein interessantes Hebelprodukt vorgestellt wird, finden Anleger im "DAX Check", welcher täglich um 11:05 Uhr im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) zu sehen ist. Die Sendung ist auch in der Video-Rubrik unten auf der Homepage des AKTIONÄR sowie im Videoportal des DAF abrufbar.
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