Bastian Galuschka
Wieder einmal waren es die US-Börsen, die den DAX vor einer ausgeprägteren Konsolidierung bewahrten. In der letzten Handelsstunde gaben die Bullen wieder Gas. Wie es jetzt weitergehen könnte, analysiert DER AKTIONÄR.
Zunächst ein Auszug aus der Montags-Analyse: Zurück zum DAX. Der Index hat die Oberkante eines mehrwöchigen Aufwärtstrendkanals am Freitag erreicht. Dessen Trendkanalbegrenzungen liegen heute bei 6.788 und 6.441 Punkten. Damit ist das Aufwärtspotenzial begrenzt. Innerhalb des Trendkanals sollte der Index im Idealfall einige Tage konsolidieren.
Das Konsolidierungsszenario trat ein. Zwei Tage lang kam der Index nicht vom Fleck. Allerdings fielen die Konsolidierungen auch flach aus. Mit einem Tagestief von 6.682 Punkten wurde das Minimalziel von 6.670 Punkten auf der Unterseite um zwölf Punkte verfehlt, das Idealziel um 70 Punkte. Damit muss man vorerst leben. Der Schlusskurs von 6.754 Punkten am Dienstag entspricht einem Minus von 0,16 Prozent oder gut zehn Punkten.
Mit den zwei Seitwärtstagen hat sich der Index wieder etwas Potenzial auf der Oberseite eröffnet. Innerhalb des Trendkanals wären heute 6.843 Punkte erreichbar. Voraussetzung hierfür ist ein neues Hoch. Hier muss man aber vorsichtig sein. Im Kassa-DAX hat der Index auch in dieser Woche zwei neue Hochs ausgebildet, die wieder abverkauft wurden. Im DAX-Future wurde das Freitagshoch bislang nicht überschritten. Achten Sie daher bitte aktuell auch auf den Future.

Bei Kursen über 6.800 Punkten wäre der Weg frei bis auf 6.843 Punkte. Aufgrund der sehr bullish verlaufenden letzten Konsolidierung muss man auch eine Trendverschärfung auf dem Zettel haben. Diese könnte die Form eines letzten Blow-offs annehmen und den Index an die 7.000-Punkte-Marke katapultieren. Spätestens dort ist aber mit heftiger Gegenwehr der Bären zu rechnen.
Auf der Unterseite würde erst ein neues Wochentief, also ein Index-Stand von unter 6.682 Punkten, die Bären wieder auf den Plan rufen. Dann käme das Idealziel bei 6.610 Punkten ins Spiel.
Über mittelfristige Short-Positionen braucht man sich Stand jetzt erst unterhalb von 6.500/6.430 Punkten Gedanken machen. Solange gilt es den Trend zu spielen. Noch ein Hinweis: Bei 6.830 Punkten ist die aktuelle Aufwärtsstrecke seit 5.366 Punkten genau so lange wie die erste Aufwärtstrecke von 4.965 auf 6.430 Punkten. Nach Projektionsmethoden liegt hier also auch eine „unsichtbare" Widerstandsmarke.
Fazit: Der DAX hat die letzte Bären-Bastion, das 61,8%-Fibonacci-Retracement bei 6.594 Punkten, erreicht und zudem deutlich überschritten. Damit hat der Index mittelfristig Luft bis auf 7.000 Punkte. Das Kurspotenzial innerhalb des Trendkanals ist heute zunächst auf 6.843 Punkte begrenzt.
Hinweis: Der Stopp des in der Printausgabe gekauften Wave-Call XXL mit der WKN DE7 14D liegt inzwischen bei 6.390 Punkten beziehungsweise 10,70 Euro im Schein. Damit ist ein Kursgewinn von knapp 60 Prozent gesichert. Der Buchgewinn beläuft sich aktuell auf 121 Prozent.
Die wichtigen charttechnischen Marken im DAX im Überblick:
Widerstände: 6.830 Punkte (Projektionsziel), 6.843 Punkte (Trendkanaloberkante), 7.000 Punkte (Ausgangspunkt für den Abverkauf)
Unterstützungen: 6.682 Punkte (Wochentief), 6.610, 6.570 Punkte (horizontal), 6.493 Punkte (Aufwärtstrend), 6.350 Punkte (horizontal), 6.329 Punkte (200-Tage-Linie), 6.239 Punkte (Aufwärtstrend), 6.170-6.200 Punkte (Unterstützungszone), 5.965 Punkte (horizontal), 5.849 Punkte (Aufwärtstrend), 5.750 Punkte (horizontal), 5.528 Punkte (Gap), 5.366, 5.125 Punkte (Zwischentiefs), 4.965 Punkte (2011er Tief)
Eine Video-Chartanalyse zum DAX, in der auch ein interessantes Hebelprodukt vorgestellt wird, finden Anleger im "DAX Check", welcher täglich um 11:05 Uhr im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) zu sehen ist. Die Sendung ist auch in der Video-Rubrik unten auf der Homepage des AKTIONÄR sowie im Videoportal des DAF abrufbar.