DAX: Und es hat bumm gemacht
Der DAX fiel am Freitag wie ein Stein, wichtige Unterstützungen konnten die Bären nicht aufhalten. Dennoch wird der Index aus mittel- bis langfristiger Sicht wieder interessant. Das Chance-Risiko-Verhältnis hat sich deutlich gebessert.
Zunächst ein Auszug aus der Freitags-Analyse: Es geht um den Wochenausklang, der oberhalb der 6.651-Punkte-Marke erfreulich verlaufen sollte. Geht der DAX darunter, müssen sich die Bullen aber warm anziehen. Der Stopp für Long-Positionen kann daher in den Gewinn knapp unter diese Marke gesetzt werden.
Der Hinweis war nicht ohne. Der Fall unter die 6.650-Punkte-Marke leitete den Abverkauf am Freitag erst richtig ein. In der Folge fiel der Index nochmals um 100 Punkte auf ein Tief von 6.552 Punkten. Der Schlusskurs von 6.583 Punkten entspricht einem Minus von 2,36 Prozent oder gut 159 Punkten.
Am Freitag machte sich in Ansätzen Panik breit. Die Unsicherheit der Anleger hat erheblich zugenommen. In der Regel ist das das ideale Umfeld, um einen Tiefpunkt auszubilden. Es gilt jetzt, den Index genau im Auge zu behalten. Der Fall unter die 6.600-Punkte-Marke hat zunächst ein weiteres Kaufsignal auf Tagebasis geliefert. Auf Stundenbasis hatte man die Warnung schon 50 Punkte eher erhalten.
Unterstützungen finden sich heute in Form der 90-Tage-Linie bei 6.523 Punkten, einer horizontalen Unterstützung bei 6.430 Punkten, des langfristigen Aufwärtstrends bei 6.330 Punkten und der 200-Tage-Linie bei 6.244 Punkten. Gerade letztere Marken haben es in sich. Sie entscheiden über den Verbleib im Haussemodus oder dem Zurückkippen in das Baisse-Szenario.
Was heißt das im Klartext? Wenn Sie der Meinung sind, dass mit den Tiefs im Herbst ein Bullenzyklus gestartet wurde, der den DAX auf neue Hochs bringen kann, bietet sich zwischen 6.200 und 6.300 Punkten eine Einstiegsgelegenheit, die aus Chance-Risiko-Aspekten besser nicht sein könnte.
Wenn Sie weiter vorsichtig sind oder eher auf der Bärenseite stehen, dann können Sie sich unterhalb der 200-Tage-Linie in Ihrem Szenario wohl fühlen. In meiner Analyse zu Jahresbeginn hatte ich sogar weitere Tiefs unter denen des letzten Jahres präferiert. Genau um diese Entscheidung wird es in den kommenden Tagen und Wochen gehen.

Eine Anmerkung noch: Wir deutschen Anleger sind vom DAX geblendet, der sich als europäischer Outperformer herauskristallisiert. In anderen europäischen Indizes herrscht bereits Land unter. Und dabei meine ich nicht nur die Südeuropäer, die bereits neue Mehrjahrestiefs ausgebildet haben.
Die für den langfristigen Kursverlauf entscheidende Aufwärtstrendlinie verläuft heute bei 6.332 Punkten, die 200-Tage-Linie notiert bei 6.248 Punkten.
Fazit: Der DAX hat die Unterstützung bei 6.600 Punkten aufgegeben. Kursziele liegen damit bei 6.523 und 6.430 Punkten. Um das Chartbild aufzubessern benötigt der Index ein Rebreak über die 6.600-Punkte-Marke.
Die wichtigen charttechnischen Marken im DAX im Überblick:
Widerstände: 6.600, 6.840 Punkte (horizontal), 6.900 Punkte (horizontal), 7.080 Punkte (Zwischenhoch), 7.100 Punkte (Abwärtstrend), 7.194 Punkte (Jahreshoch), 7.383, 7.523, 7.600 Punkte (Zwischenhochs)
Unterstützungen: 6.523 Punkte (90-Tage-Linie), 6.480-6.430 Punkte (Unterstützungszone), 6.332 Punkte (Aufwärtstrend), 6.244 Punkte (200-Tage-Linie), 6.200-6.170 Punkte (Unterstützungszone), 5.528 Punkte (Gap), 5.366 Punkte (Zwischentief), 4.965 Punkte (2011er Tief)
Eine Video-Chartanalyse zum DAX, in der auch ein interessantes Hebelprodukt vorgestellt wird, finden Anleger im "DAX Check", welcher täglich um 11:05 Uhr im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) zu sehen ist. Die Sendung ist auch in der Video-Rubrik unten auf der Homepage des AKTIONÄR sowie im Videoportal des DAF abrufbar.
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