Bastian Galuschka
Der Jahresauftakt im DAX verläuft freundlich. Aus technischer Sicht fehlen allerdings noch einige Punkte bis zum Befreiungsschlag. DER AKTIONÄR mit den wichtigen Handelsmarken.
Nach einem impulslosen Jahresausklang nimmt der DAX im heutigen Handel Fahrt auf. Wenn auch das übergeordnete Chartbild bearish bleibt, so hat der Index durchaus Chancen, die ersten Wochen freundlich zu gestalten.
Hierfür müsste er in den kommenden Tagen das Konsolidierungsdreicknach oben auflösen. Die obere Begrenzung verläuft im heutigen Handel bei 5.985 Punkten. Geht es darüber, liegen die nächsten Ziele bei 6.010, 6.170 und 6.430 Punkten. Bedingung für den positiven Jahresauftakt ist, dass der DAX über 5.600 Punkten, besser noch 5.750 Punkten verbleibt. Soviel zum möglichen Jahresauftakt.
Was den Ausblick für das Gesamtjahr betrifft, kann dieser Stand jetzt nur verhalten ausfallen. Der DAX ist technisch weiter im Baissemodus. Die 200-Tage-Linie fällt, das große Verkaufssignal aus dem Sommer mit dem Unterschreiten der 7.000-Punkte-Marke hat weiter Bestand. Das Kursrisiko beträgt auf der Unterseite 4.500 Punkte. Diese Marke lässt sich mithilfe einer langfristigen Aufwärtstrendlinie bestimmen. Auf der Oberseite würde sich das Bild erst wieder neutralisieren, sollte es der DAX über 6.600 Punkte schaffen. Hier liegt das 61,8%-Fibonacci-Retracement der Abwärtsstrecke vom Sommer.
Wenn Sie mich festnageln wollen, rechne ich aufgrund der inneren Struktur der Kursbewegung der vergangenen Monate in diesem Jahr noch einmal mit neuen Zwischentiefs, also Kursen unterhalb der Herbsttiefs 2011. Erst über 6.600, besser noch über 7.000 Punkten, wäre dieses Szenario zu überdenken. Von Buy-and-Hold würde ich aktuell eher abraten. Anleger sollten sich verstärkt auf den Swing-Handel über mehrere Tage beziehungsweise auf den Intraday-Handel konzentrieren. Eine übergeordnete Abwärtsbewegung in einem Index schließt ja nicht aus, dass man temporäre Kurserholungen long nimmt. Wird dann in der Folge sogar mehr daraus, umso besser.
Um einen groben Fahrplan auszugeben: Ich gehe Stand jetzt davon aus, dass der DAX die 7.000-Punkte-Marke in diesem Jahr nicht überschreiten wird und neue Tiefs unter denen von 2011 ausbilden wird. Bevorzugt im ersten Halbjahr und mit Idealziel 4.500 Punkte. Allerdings rechne ich zunächst mit einer Kurserholung bis auf 6.430 Punkte. In der Folge müssen die Kursmuster neu ausgewertet werden. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg im neuen Handelsjahr.
Fazit: Der Jahresauftakt sollte positiv verlaufen. Ein Idealziel für die Erholung liegt bei 6.430 Punkten. Hier verläuft auch die 200-Tage-Linie. Ein erstes aussagekräftiges Signal wäre der Ausbruch aus dem Dreieck mit Kursen oberhalb von 5.985 Punkten.
Die wichtigen charttechnischen Marken im DAX im Überblick:
Widerstände: 5.985 Punkte (Dreiecksbegrenzung), 6.010 Punkte (horizontaler Widerstand), 6.080-6.100 Punkte (Widerstandszone), 6.170 Punkte (Zwischenhoch), 6.175-6.200 Punkte (Widerstandszone), 6.340-6.430 Punkte (Widerstandszone), 6.547 Punkte (61,8%-Fibo-RT), 6.434 Punkte (200-Tage-Linie), 6.594 Punkte (61,8%-Fibo-RT), 7.000 Punkte (Ausgangspunkt für den Abverkauf)
Unterstützungen: 5.750 Punkte (horizontale Unterstützung), 5.670 Punkte (Fibo-RTs über die gesamte Aufwärtsstrecke seit 5.366 Punkten), 5.600 Punkte (Aufwärtstrendlinie), 5.528 Punkte (Gap), 5.530 Punkte (Aufwärtstrendlinie), 5.366, 5.125 Punkte (Zwischentiefs), 4.965 Punkte (Jahrestief), 4.524 Punkte (Zwischentief), 3.688 Punkte (Ausgangspunkt der Haussebewegung der Jahre 2009 bis 2011)
Eine Video-Chartanalyse zum DAX, in der auch ein interessantes Hebelprodukt vorgestellt wird, finden Anleger im "DAX Check", welcher täglich um 11:05 Uhr im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) zu sehen ist. Die Sendung ist auch in der Video-Rubrik unten auf der Homepage des AKTIONÄRS sowie im Videoportal des DAF abrufbar.