Bastian Galuschka
Nach einer fulminanten Handelswoche wird der DAX auch am Montag freundlich in den Handel starten. Es scheint fast, als seien die Bären in einen zweiten Winterschlaf verfallen. Werden jetzt die Jahreshochs angepeilt?
Nachfolgend ein Auszug aus der letzten DAX-Analyse: Aufgrund positiver Vorgaben aus den USA und Asien wird der DAX vorbörslich im Plus taxiert. Zwischen 5.828 und 5.750 Punkten bewegt sich der Index in einer neutralen Schiebezone. Ein letzter Anstieg in die oben genannte Widerstandszone ist aufgrund des Momentums der letzten Tage durchaus möglich. Hier sollte aber zumindest ein Teil der Gewinne in den laufenden Longpositionen glattgestellt werden. Nach der Kursrallye der letzten Tage ist eine Konsolidierung überfällig.
Nach einer mehrstündigen Seitwärtspendelei startete der DAX am Freitag erneut nach oben durch, im Hoch wurden 5.880 Punkte erreicht. Der Anstieg der letzten Tage hat einen gewissen Shortsqueeze-Charakter, viele Marktteilnehmer scheinen von der Stärke der Bullen überrascht worden zu sein. Zum Wochenschluss notierte der DAX bei 5.877 Punkten, 1,42 Prozent bezeihungsweise 82 Punkte höher als noch am Donnerstag.

Damit hat der Deutsche Leitindex eine der erfolgreichsten Wochen der letzten Monate hinter sich gebracht. Vier lange weiße Kerzen wie aktuell im Tageschart findet man selten. Der Index ist nun mitten in die mehrmals angesprochene Widerstandszone zwischen 5.850 und 5.900 Punkten eingetaucht. Diese stellt zugleich die letzte Hoffnung der Bären da. Kann der DAX die 5.900-Punkte-Marke auf Schlusskursbasis überwinden, liegt das nächste Ziel beim Jahreshoch beii 6.094 Punkten.

Allerdings ist der Index kurzfristige maßlos überkauft. Das heutige Gap ist auf Stundenbasis mittlerweile das dritte Gap seit dem Zwischentief bei 5.518 Punkten. Wertet man die Kurslücke bei 5.600 Punkten als Break-away-Gap und die bei 5.800 Punkten als Measuring Gap, könnte die heutige Lücke ein Exhausting Gap angesehen werden. Im Klartext bedeutet dies, dass, nachdem heute auch die letzten Marktteilnehmer auf den fahrenden Zug aufgesprungen sind, dieser jetzt ins Stocken geraten könnte. Oftmals gibt es nach solchen letzten Kurslücken eine zumindest kurzfristige Trendwende.
Fazit: Der DAX hat das genannte Ziel der Aufwärtsbewegung bei 5.850 bis 5.900 Punkten erreicht. Nach dem 400-Punkte-Run seit dem Tief Ende Februar sollten Longpositionen abgebaut beziehungsweise zumindest die Stopps eng gesetzt werden. Eine Konsolidierungsbewegung bis auf 5.750 Punkte in den nächsten Tagen wäre nur gesund. Auf fallende Kurse sollten aktuell nur erfahrene Intraday-Trader spekulieren. Es gibt bislang noch keine Anzeichen einer Trendumkehr, daher seien Sie vorsichtig mit Shorts und verbrennen Sie sich nicht die Finger!
Die wichtigen charttechnischen Marken im DAX im Überblick:
Widerstände: 5.850-5.900 Punkte, (zentrale Widerstandszone), 6.094 Punkte (Jahreshoch)
Unterstützungen: 5.740-5.750 Punkte, 5.690 Punkte, 5.650 Punkte, 5.600 Punkte (horizontale Unterstützungen), 5.550 Punkte (Aufwärtstrend), 5.520-5.500 Punkte (horizontale Unterstützungen), 5.433 Punkte (Jahrestief), 5.312 Punkte, 5.150-5.170 Punkte (horizontale Unterstützungen)
Eine Video-Chartanalyse zum DAX, in der auch ein interessantes Hebelprodukt vorgestellt wird, finden Anleger im "DAX Check", welcher täglich um 11.20 Uhr im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) zu sehen ist. Die Sendung ist auch in der Video-Rubrik auf der Homepage des AKTIONÄRS sowie im Videoportal des DAF abrufbar.