Bastian Galuschka
Der gestrige DAX-Handel verlief wenig spektakulär. Marktteilnehmer warten heute auf die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten. Enttäuschen diese erneut, droht eine Fortsetzung der Konsolidierung.
Nachfolgend ein Auszug aus der letzten DAX-Analyse: Die erwartete Erholung nähert sich damit der entscheidenden Widerstandszone bei 6.250 bis 6.262 Punkten an. Hier treffen die Abwärtstrendlinie seit dem Jahreshoch sowie ein horizontaler Widerstand aufeinander, zudem notiert bei 6.262 Punkten das 61,8%-Fibo-Retracement über die letzte Abwärtsbewegung. Dieses Widerstandsbollwerk zu überwinden, dürfte ein hartes Unterfangen werden.
Nach einem schwachen Start mühte sich der Deutsche Leitindex gestern wieder nach oben. Jedoch war bereits beim Vortageshoch bei 6.215 Punkten Schluss, der angesprochene Widerstandsbereich zwischen 6.250 und 6.260 Punkten wurde nicht angetestet. Vielmehr kam es am Nachmittag kurzzeitig zu einem Abverkauf, der jedoch ebenso schnell wieder aufgefangen wurde. Unterm Strich stand mit dem Schlusstand von 6.186 Punkten ein Minus von 20 Punkten oder 0,32 Prozent zu Buche.
Der gestrige Handelstag brachte somit aus Performancesicht nicht wirklich viel ein, aus charttechnischer Sicht lassen sich jedoch aufgrund des Kursverlaufs die entscheidenden Marken auf der Ober- und Unterseite noch einmal genauer eingrenzen. Als Widerstand kann nun bereits die Marke von 6.215 Punkten genannt werden. Erst darüber könnte der DAX noch bis zur "Betonmauer" 6.250/6.260 Punkte ansteigen. Auf der Unterseite ist dagegen bereits bei einem Unterschreiten der 6.150-Punkte-Marke Vorsicht geboten. Es wäre dann ein kurzfristiges Doppeltop im Stundenchart aktiviert mit rechnerischem Kursziel bei 6.085 Punkten.

Soviel zu den kurzfristigen Marken. Mittelfristig werden Signale ausgelöst, sollte der Index nachhaltig über 6.260 Punkte ansteigen. Dann wäre zumindest ein nochmaliger Test der Jahreshochs möglich. Auf der Unterseite würde ein größeres Verkaufssignal aktiviert, sollte der DAX den Aufwärtstrend des Dreiecks bei derzeit knapp 6.050 Punkten unterschreiten. Die nächsten Etappenziele auf der Unterseite wären dann die 200-Tage-Linie bei 5.940 Punkten sowie die horizontale Unterstützung bei 5.800 Punkten.
Fazit: Wie im DAX-Check bereits erläutert, war gestern vorrangig Marktbeobachtung angesagt. So langweilig das klingen mag, aber Geduld ist eine der wichtigsten Tugenden beim Trading. Die genannten charttechnischen Triggermarken wurden weder erreicht noch über- beziehungsweise unterschritten. Eine ähnliche Langeweile könnte uns heute bis zum Nachmittag blühen. Schlussendlich dürfte der US-Arbeitsmarktbericht um 14.30 Uhr die Richtung vorgeben. Der Stopp für die bei 6.200 Punkten gekauften Mittelfrist-Shorts bleibt vorerst unverändert bei 6.300 Punkten.
Die wichtigen charttechnischen Marken im DAX im Überblick:
Widerstände: 6.215 Punkte (Zwischenhochs), 6.224 (Fibo-Marke), 6.250-6.262 Punkte (Abwärtstrendlinie seit Jahreshoch, zentraler horizontaler Widerstand, Fibo-Marke), 6.350 Punkte (horizontaler Widerstand), 6.388 Punkte (61,8%-Fibo-Retracement über die Abwärtsbewegung von 2007 bis 2009), 6.600-6.650 Punkte (obere Trendkanalbegrenzung, horizontaler Widerstand), 6.600 Punkte (horizontaler Widerstand), 7.200 Punkte (horizontaler Widerstand)
Unterstützungen: 6.050-6.060 Punkte (Aufwärstrendlinie des Dreiecks, markante Zwischentiefs), 5.942 Punkte (200-Tage-Linie), 5.800 Punkte (horizontale Unterstützung), 5.760 Punkte (maßgeblicher mittelfristiger Aufwärtstrend), 5.607 Punkte (Zwischentief)
Eine Video-Chartanalyse zum DAX, in der auch ein interessantes Hebelprodukt vorgestellt wird, finden Anleger im "DAX Check", welcher täglich um 11.05 Uhr im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) zu sehen ist. Die Sendung ist auch in der Video-Rubrik unten auf der Homepage des AKTIONÄRS sowie im Videoportal des DAF abrufbar.
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