Bastian Galuschka
Nach den starken Kursgewinnen in der vergangenen Woche war gestern erst einmal Durchschnaufen angesagt im Deutschen Leitindex. Die Konsolidierung dürfte sich heute fortsetzen. Von einer Trendwende kann aber bislang noch keine Rede sein.
Nachfolgend ein Auszug aus der letzten DAX-Analyse: Das heutige Gap ist auf Stundenbasis mittlerweile das dritte Gap seit dem Zwischentief bei 5.518 Punkten. Wertet man die Kurslücke bei 5.600 Punkten als Break-away-Gap und die bei 5.800 Punkten als Measuring Gap, könnte die heutige Lücke ein Exhausting Gap angesehen werden. Im Klartext bedeutet dies, dass nachdem heute auch die letzten Marktteilnehmer auf den fahrenden Zug aufspringen dieser jetzt ins Stocken geraten könnte. Oftmals gibt es nach solchen letzten Kurslücken eine zumindest kurzfristige Trendwende.
Anleger, die die starken Kursausschläge der vergangenen Handelswoche im DAX aktiv getradet haben, dürften gestern beim Blick auf den Kursverlauf des Deutschen Leitindex fast eingeschlafen sein. Der Index verharrte den ganzen Handelstag über in einer 30-Punkte-Kursspanne und schloss den Handel minimalst mit einem Punkt im Minus bei 5.875 Punkten.

Somit standen die Zeichen gestern klar auf Verschnaufpause. Diese dürfte sich im heutigen Handel fortsetzen. Anleger sollten den Kurskorridor zwischen 5.866 und 5.894 Punkten im Auge behalten. Erst bei einem Ausbruch aus dieser Seitwärtsrange würde der DAX neue Handelssignale liefern. Sollte der Index nach unten abdriften, wäre eine weitere Unterstützung in Form des kurzfristigen Aufwärtstrends bei 5.850 Punkten anzusiedeln. Erst darunter würden sich größere Verkaufssignale in Richtung 5.750 Punkte ergeben.
Ein Ausbruch nach oben erscheint aufgrund der überhitzten Indikatorenlage eher unwahrscheinlich, soll aber nicht unerwähnt bleiben. Schließt der DAX auf Schlusskursbasis über 5.900 Punkten, wäre der Weg in den nächsten Tagen bis zum Jahreshoch geebnet. Präferiert wird aber klar eine Fortsetzung der Konsolidierung.
Fazit: Wer noch Restpositionen auf der Longseite hält, kann investiert bleiben. Ein Stopp unter dem kurzfristigen Aufwärtstrend wäre hier möglich. Wer seinen Positionen mehr Spielraum lassen und auf einen Angriff auf die Jahreshöchststände in den nächsten Tagen spekulieren will, kann den Stopp auch unter die zentrale Unterstützung bei 5.750 Punkten setzen. Sollte der DAX heute den Aufwärtstrend unterschreiten, können erfahrene Intraday-Trader auch auf fallende Kurse setzen.
Die wichtigen charttechnischen Marken im DAX im Überblick:
Widerstände: 5.850-5.900 Punkte, (zentrale Widerstandszone), 6.094 Punkte (Jahreshoch)
Unterstützungen: 5.740-5.750 Punkte, 5.690 Punkte, 5.650 Punkte, 5.600 Punkte (horizontale Unterstützungen), 5.550 Punkte (Aufwärtstrend), 5.520-5.500 Punkte (horizontale Unterstützungen), 5.433 Punkte (Jahrestief), 5.312 Punkte, 5.150-5.170 Punkte (horizontale Unterstützungen)
Eine Video-Chartanalyse zum DAX, in der auch ein interessantes Hebelprodukt vorgestellt wird, finden Anleger im "DAX Check", welcher täglich um 11.20 Uhr im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) zu sehen ist. Die Sendung ist auch in der Video-Rubrik auf der Homepage des AKTIONÄRS sowie im Videoportal des DAF abrufbar.