Bastian Galuschka
Nach dem Short-Squeeze gestern scheinen die Börsen heute wieder zurück zur alten Tristesse zu finden. Vorbörslich notiert der DAX bereits wieder deutlich im Minus. Ist die Erholung damit schon wieder beendet? DER AKTIONÄR mit einer Lagebesprechung.
Nachfolgend ein Auszug aus der letzten DAX-Analyse: Wie dem auch sei, die nächsten Tage werden zeigen, ob dies der Beginn einer eventuell längeren Abwärtsbewegung sein wird wie es nach ähnlichen Tagen beispielsweise im Jahr 2000 und 2008 durchaus in der Vergangenheit der Fall war. Ich kann Ihnen jedenfalls nur raten: Seien Sie vorsichtig! Und denken Sie an Ihr Money-Management.
Der DAX drehte im gestrigen Handel gehörig auf, die rasante Aufwärtsbewegung hatte den Charakter eines klassischen Short-Squeezes. Allerdings wurde das Gros des Aufwärtsimpulses bereits am Vormittag abgespult, am Nachmittag bewegte sich nicht mehr allzu viel. Nichtsdestotrotz ging der DAX am Tageshoch bei knapp 6.018 Punkte aus dem Handel. Das entspricht einem bemerkenswerten Plus von 5,30 Prozent oder 302 Punkten.
Aus charttechnischer Sicht kann jedoch trotz des Kursanstieges gestern keine Entwarnung gegeben werden. Vorbörslich wird der DAX bereits wieder deutlich im Minus bei rund 5.930 Punkten taxiert. Dass der Index gestern die Widerstandszone zwischen 6.024 und 6.040 Punkten sowie den Abwärtstrend seit dem Jahreshoch (derzeit bei 6.060 Punkten) nicht überwinden konnte, bleibt das bearishe Setup intakt. Erst darüber würde sich das Chartbild wieder aufhellen.

Von der Charakteristik her ist die gestrige Bewegung, wenngleich sie auch extrem stark ausgefallen ist, bislang nicht mehr als eine Kursreaktion auf die Kursverluste zuvor und kann als Pullback an zuvor gebrochene Unterstützungen gewertet werden. Eine korrespondierende Marke zum Widerstandsbereich im DAX bei 6.050 Punkten liegt im Dow Jones übrigens bei 10.835 Punkten. Diese wurde gestern im Hoch punktgenau erreicht, konnte aber ebenfalls nicht überwunden werden. Somit ist auch hier bislang nicht mehr als ein Pullback festzustellen.
Fazit: Es sind sehr volatile Zeiten! Seien Sie daher weiterhin äußerst vorsichtig! Charttechnisch kann der Short-Squeeze gestern als Pullback-Bewegung an gebrochene Unterstützungen gewertet werden, allerdings bislang NICHT als Trendwende nach oben. Gewinne auf der Long-Seite sollten daher eingestrichen werden. Shorts mit Stopp oberhalb des Abwärtstrends sind vertretbar. Der Unterstützungsbereich um 5.700 Punkte könnte in den kommenden Tagen durchaus noch einmal angesteuert werden.
Die wichtigen charttechnischen Marken im DAX im Überblick:
Widerstände: 6.024 Punkte, 6.040 Punkte (horizontale Widerstände), 6.060 Punkte (Abwärtstrend), 6.140-6.160 Punkte, 6.200-6.220 Punkte, 6.341 Punkte (Jahreshoch), 6.388 Punkte (61,8%-Fibonacci-Retracement der Abwärtsbewegung der Jahre 2007 bis 2009), 6.400-6.650 Punkte (mehrere horizontale Widerstände)
Unterstützungen: 5.740-5.750 Punkte (horizontale Unterstützung), 5.745 Punkte (200-Tage-Linie), 5.550 Punkte (Aufwärtstrend), 5.433 Punkte (Jahrestief)
Eine Video-Chartanalyse zum DAX, in der auch ein interessantes Hebelprodukt vorgestellt wird, finden Anleger im "DAX Check", welcher täglich um 11.20 Uhr im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) zu sehen ist. Die Sendung ist auch in der Video-Rubrik auf der Homepage des AKTIONÄRS sowie im Videoportal des DAF abrufbar.
Daneben dürfte sich für Anleger, die sich für das mittelfristige Traden der beliebtesten Basiswerte wie beispielsweise DAX, Dow Jones, Gold oder Euro/Dollar interessieren, ein Blick auf die neue Tradingdomain www.tradingcoach.de lohnen. Dort findet jeden Montag Nachmittag ein Webinar statt, in dem mein Kollege Farshid Tremel und ich abwechselnd eine Stunde lang Chartanalyse betreiben und die besten Setups gehebelt handeln. Wir würden uns sehr freuen, Sie hier begrüßen zu dürften.