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DAX: Er dürfte, will aber (noch) nicht

Bastian Galuschka

Bereits den dritten Tag in Folge kam der DAX nicht vom Fleck. Allerdings will er auch die eigentlich wohlverdiente Konsolidierung nicht einleiten. Nicht einmal das Mindestziel wurde gestern erreicht. Wie geht es weiter?

Es ist schon ein bißchen zum Gähnen, was der DAX den Daytradern zuletzt anbot. Seit Tagen verharrt der Index in einer engen Handelsspanne. Auch gestern wieder zwischen 6.960 und 7.010 Punkten. Nicht einmal das Mindestziel für einen Rücksetzer bei 6.900/6.910 Punkten wurde erreicht, Schwäche wird sofort hochgekauft. Zumindest ein Blick auf die Autotitel gestern verrät, dass die Warnung schon angebracht war. Hier wurde deutlich Luft abgelassen. Allerdings sprangen andere Titel in die Bresche, weshalb das Minus von 0,37 Prozent oder 26 Punkten auf knapp 6.976 Punkten im Index überschaubar blieb.

An der Kernaussage von gestern hat sich wenig geändert. Der DAX klebt an der oberen Begrenzungslinie des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals und wird ohne Umweg auf der Unterseite nicht erheblich zulegen können. Die Pullbacklinie verläuft heute bei 7086 Punkten. Bis dahin könnte der Index also durchaus noch steigen, müsste hierfür allerdings das Doppeltop bei 7.043 Punkten nach oben aufhebeln. Die vorbörslichen Notierungen deuten zumindest auf einen freundlichen Start hin.

Auf der Unterseite dient der Kursbereich zwischen 6.955 und 6.960 Punkten jetzt als Unterstützung. Hier erlitten die Bullen gestern zwei temporäre Schwächeanfälle, von denen sie sich allerdings schnell wieder erholten. Darunter hat sich an den Unterstützungen nichts geändert. Bei 6.900/6.910, 6.850 und 6.800 wäre der DAX jeweils abgesichert.

Was könnte nun passieren? Ein Durchmarsch vom aktuellen Kursniveau aus durch den Trendkanal hindurch nach oben erscheint unwahrscheinlich. Eine vorangeschaltete Konsolidierung über 100 bis 200 Punkte wird in den kommenden Tagen weiterhin präferiert. Es sieht jedoch danach aus, dass der DAX sich wohl vorerst noch etwas nach oben hangeln will. Somit muss man sich etwas gedulden. Das heutige Maximalziel dürfte bei knapp 7.090 Punkten liegen.

Fazit: Mittelfristige Anleger lassen die Long-Positionen weiter laufen und peilen die Zielzone zwischen 7.190 und 7.230 Punkten an. WICHTIG: Der Stopp für die Engagements liegt bei 6.650 Punkten. Kurzfristig bleibt der DAX anfällig für eine Konsolidierung. Allerdings wird diese vorerst nicht zugelassen, das hat der gestrige Tag gezeigt. Daher heißt es Geduld bewahren. Wer diese nicht besitzt, kann versuchen, das Restpotenzial auf der Oberseite noch auszuschöpfen, was aber nicht ungefährlich ist. Das Chance-Risiko-Verhältnis für neue Long-Positionen ist derzeit nicht optimal.

Die wichtigen charttechnischen Marken im DAX im Überblick:

Widerstände: 7.043 Punkte (Zwischenhoch), 7.080 Punkte (rechnerisches Kursziel aus dem aufsteigenden Dreieck), 7.086 Punkte (obere Trendkanalbegrenzung), 7.190-7.230 Punkte (horizontale Widerstandszone)

Unterstützungen: 6.955-6.960 Punkte (Zwischentiefs), 6.910/6.900 Punkte (ehemaliges Ausbruchslevel), 6.850, 6.800 Punkte (horizontale Unterstützungen), 6.620-6.684 Punkte (mittelfristiger Aufwärtstrend, markantes Zwischentief), 6.340-6.400 Punkte (ehemaliges mittelfristiges Ausbruchslevel), 6.218 Punkte (200-Tage-Linie), 5.960 Punkte (maßgeblicher langfristiger Aufwärtstrend), 5.800 Punkte (horizontale Unterstützung)

Eine Video-Chartanalyse zum DAX, in der auch ein interessantes Hebelprodukt vorgestellt wird, finden Anleger im "DAX Check", welcher täglich um 11.05 Uhr im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) zu sehen ist. Die Sendung ist auch in der Video-Rubrik unten auf der Homepage des AKTIONÄRS sowie im Videoportal des DAF abrufbar.

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