Bastian Galuschka
Der DAX arbeitete den Freitags-Fahrplan nahezu punktgenau ab. Eine Schlüsselwoche bricht an. Halten die Jahrestiefs nicht, droht ein weiterer Sell-off. DER AKTIONÄR mit einem ausführlichen Wochenausblick.
„5.000 Punkte, wir kommen" lautete die Headline der Freitags-Analyse. Es wurden im Tief sogar 4.973 Punkte. Danach folgte eine 200-Punkte Erholung. Der DAX schloss bei 5.196 Punkten, was einem Zugewinn von 0,63 Prozent oder 32 Punkten entspricht.
Star-Investor George Soros hat vor einigen Tagen in einem Interview erklärt, die aktuelle fundamentale Situation sei schlimmer als die im Jahr 2008. Beim Blick auf die Charts kann man diese Meinung nur unterstreichen. Die Parallelen zum Jahr 2008 sind unverkennbar, der Abverkauf geht sogar schneller und heftiger vonstatten. Seit vergangener Woche gehen auch die Edelmetalle in einen Sell-off über. Die Situation, dass Rohstoffe und Aktie parallel fielen, auch vermeintlich sichere Häfen wie Gold und Silber, hatten wir ebenfalls im Jahr 2008. Gold fiel hier beispielsweise um 30 Prozent vom Hoch. Das nur einmal als Erinnerung an alle Crash-Propheten, für die Gold und Silber der heilige Gral zu sein scheinen.
Aus technischer Sicht steht im DAX in dieser Woche eine wichtige Entscheidung an. Drei Anläufe gab es auf die 5.000-Punkte-Marke. Immer hat sie gehalten. Die vom AKTIONÄR angepeilte Unterstützung bei 5.150 Punkten hat auf Wochenschlusskursbasis ebenfalls dreimal in Folge gehalten. Somit kann eine klare Aussage getätigt werden: Fällt der DAX auf Wochenschlusskursbasis unter 4.965 Punkte, also auf neue Jahrestiefs, lautet das nächste Ziel 4.524 Punkte. Hier liegt ein Zwischentief aus dem Jahr 2009. Eine zwischengeschaltete Unterstützung bildet noch der Abwärtstrendkanal, dessen Unterkante im heutigen Handel bei 4.907 Punkten notiert.
Dieser Kanal bestimmt bereits seit Wochen das Kursgeschehen. Die Oberkante liegt heute bei 5.532 Punkten. Erst wenn der DAX aus dem Kanal nach oben ausbricht, kann eine mehrwöchige Kurserholung starten mit einem Idealziel bei 6.100 Punkten. Ein erster Hinweis wäre ein Schließen des Island Gaps um 5.350 Punkte. Solange der Index darunter notiert, bleibt er technisch angeschlagen.

Somit kann man festhalten: Der DAX bewegt sich seit drei Wochen in einer neutralen Zone zwischen 4.965 auf der Unter- und 5.600 Punkten auf der Oberseite. Da der übergeordnete Trend abwärts zeigt und der Druck auf die Unterstützung bei 4.965 Punkten wächst, ist ein Durchbruch auf der Unterseite mit einem Abverkaufspotenzial von gut 400 Punkten einzukalkulieren.
Bislang läuft alles nach Plan. Ein weiteres Tief unter 5.500 Punkten wurde ausgebildet. Dies hatte DER AKTIONÄR für den Herbst erwartet. Die Frage ist nun, wo und wann startet die Bärenmarktrallye in Richtung 6.100 Punkte? Genau diese Frage wird in Kürze beantwortet werden. Bei neuen Jahrestiefs können Sie sich schon einmal das Kursziel bei 4.524 Punkten notieren. Dieses Ziel kann auch noch angepasst werden.
Fazit: Der DAX steht weiter unter Druck. Noch hält das Jahrestief. Nähert sich der DAX der 5.000-Punkte-Marke, können mit engen Stopps Long-Positionen gewagt werden. Unter 4.965 Punkten gehen die Lichter aus. Über 5.360 Punkten entspannt sich die Lage.
Die wichtigen charttechnischen Marken im DAX im Überblick:
Widerstände: 5.360, 5.465 Punkte (horizontale Widerstände), 5.577, 5.869 Punkte (Zwischenhochs), 6.090-6.100 Punkte (horizontale Widerstände), 6.340-6.440 Punkte (Widerstandszone), 7.000 Punkte (Ausgangspunkt für den Abverkauf)
Unterstützungen: 4.965 Punkte (horizontale Unterstützung), 4.907 Punkten (Unterkante Abwärtstrendkanal), 4.524 Punkte (Zwischentief), 3.688 Punkte (Ausgangspunkt der Haussebewegung der Jahre 2009 bis 2011)
Eine Video-Chartanalyse zum DAX, in der auch ein interessantes Hebelprodukt vorgestellt wird, finden Anleger im "DAX Check", welcher täglich um 11.05 Uhr im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) zu sehen ist. Die Sendung ist auch in der Video-Rubrik unten auf der Homepage des AKTIONÄRS sowie im Videoportal des DAF abrufbar.