Bastian Galuschka
Lange mussten die Marktteilnehmer darauf warten, seit Freitag ist es endlich soweit: Der DAX lässt etwas Luft ab. Nach der 900-Punkte-Rallye seit dem Februartief ist dies aus technischer Sicht auch nur zu gesund. DER AKTIONÄR mit den Zielen.
Nachfolgend ein Auszug aus der letzten DAX-Analyse: Erkennbar im Kurzfristchart ist ein bearisher Keil, genauer gesagt zwei ineinander verschachtelte Keile. Der innere dürfte heute bereits zu Handelsbeginn nach unten durchbrochen werden. Entscheidender für den heutigen Kursverlauf und auch den Verlauf in der nächsten Woche wird allerdings sein, ob der DAX das Zwischentief bei 6.250 und die untere Aufwärtstrendlinie des größeren Keil bei 6.240 Punkten verteidigen kann. Gelingt diese nicht, entstünde ein erstes Verkaufssignal. Unter 6.200 Punkte käme ein weiteres dazu.
Die Warnung am vergangenen Freitag war Gold wert. Im Zuge des Desasters rund um Goldman Sachs durchbrach der DAX die genannten Unterstützungen. Der Bärkeil wurde damit regelkonform nach unten aufgelöst. Der Index markierte sein Intraday-Tief bei 6.162 Punkten, zum Handelsende kam es zu einer kleinen Erholung. Dennoch war der Freitag tiefrot, das Minus betrug 1,76 Prozent oder 110 Punkte.

Heute dürfte sich die Konsolidierung im DAX fortsetzen. Ziele liegen bei 6.100 und 6.040 Punkten. Kurserholungen in den Bereich um 6.200 Punkte würden eine gute Gelegenheit für einen Einstieg auf der Shortseite bieten. Bereits bei 6.100 Punkten hat der Index die Möglichkeit für einen erneuten Schwenk nach oben. Dass die Konsolidierung der 900-Punkte-Rallye jedoch nur so gering ausfällt, ist eher unwahrscheinlich. Das Idealziel auf der Unterseite auf Sicht der kommenden Tage liegt bei 5.900 Punkten.

Fazit: Kurz- wie mittelfristige Long-Positionen wurden am Freitag spätestens knapp unter 6.200 Punkten ausgestoppt. Aktuell gibt es keine Notwendigkeit für eine Neupositionierung. Kurzfristig agierende Marktteilnehmer können versuchen, Erholungen bis in den Bereich um 6.200 Punkte zum Short-Einstieg zu nutzen. Wer mittelfristig ausgerichtet ist, wartet die Kursmuster im Bereich um 6.100 Punkte ab.
Die wichtigen charttechnischen Marken im DAX im Überblick:
Widerstände: 6.200-6.220 Punkte (horizontale Widerstandszone), 6.310 Punkte (Zwischenhoch), 6.388 Punkte (61,8%-Fibonacci-Retracement der Abwärtsbewegung der Jahre 2007 bis 2009), 6.400-6.650 Punkte (mehrere horizontale Widerstände), 7.200 Punkte (horizontaler Widerstand)
Unterstützungen: 6.105-6.094 Punkte, 6.040 Punkte, 5.890-5.905 Punkte, 5.750 Punkte, 5.600 Punkte (horizontale Unterstützungen), 5.433 Punkte (Jahrestief)
Eine Video-Chartanalyse zum DAX, in der auch ein interessantes Hebelprodukt vorgestellt wird, finden Anleger im "DAX Check", welcher täglich um 11.20 Uhr im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) zu sehen ist. Die Sendung ist auch in der Video-Rubrik auf der Homepage des AKTIONÄRS sowie im Videoportal des DAF abrufbar.