Bastian Galuschka
Der DAX ist aktuell nicht totzukriegen. Eine temporäre Shortattacke der Bären wurde von den Bullen gestern aufgefangen. Heute markiert der Index in der Vorbörse ein neues Zwischenhoch. Wo liegen die nächsten Widerstände?
Der DAX pendelte gestern in den ersten Handelsstunden seitwärts, versuchte in der Folge das Wochenhoch bei 6.157 Punkten zu erreichen, scheiterte aber erneut. Innerhalb von zehn Minuten gab der DAX am Nachmittag 100 Punkte nach, wodurch das Kauflimit im DAX-Check ausgeführt wurde. Somit bescherte uns der DAX in der letzten halben Stunde ein nettes „Feierabend"-Kursplus von 56 Punkten im Trade. Der Schlusskurs von 6.016 Punkten entspricht unterm Strich aber einem Minus von 0,51 Prozent oder knapp 31 Punkten.
Aufgrund der neuen politischen Nachrichtenlage rückt die Charttechnik heute in den Hintergrund. Warum? Sie können drauf wetten, dass viele Marktteilnehmer genau auf dieses Signal seitens der Politik gewartet haben und bislang an der Seitenlinie standen. Und genau diese Marktteilnehmer wollen jetzt auf einen Schlag in den Markt. Genau auf diese Weise kommen solch heftige vorbörsliche Moves zustande. Wenn alle long in den Markt wollen, verlieren charttechnische Widerstände an Bedeutung. Ebenso, wenn alle unbedingt raus wollen, siehe den August-Abverkauf.
Die Kurslücke im DAX wäre heute bei 6.143 Punkten geschlossen. Sollte es dazu kommen, bietet sich nochmals eine Einstiegschance auf der Long-Seite. Der heutige Tag bringt einiges an Brisanz. Wird die neue Newslage wieder abverkauft, droht eine Erschöpfungskurslücke. Kann der DAX das hohe Niveau allerdings halten, wäre das ein sehr positives Zeichen.

Die 90-Tage-Linie bei 6.177 Punkten kann der DAX bereits in der Vorbörse überwinden. Widerstände sind erst einmal Mangelware, bei 6.245 Punkten liegt ein Fibonacci-Retracement, darüber wird erst der Kursbereich zwischen 6.340 und 6.400 Punkten wieder interessant. Unterstützungen liegen natürlich bei 6.100 Punkten, den Zwischentiefs der Vortage bei rund 5.950 Punkten und dem Vorwochentief bei 5.750 Punkten. Die positive Tendenz im Index kippt im großen Bild erst, sollte der Index den Aufwärtstrend bei gut 5.500 Punkten unterschreiten.
Fazit: Die Bullen im DAX machen ernst. Es geht jetzt darum, das hohe Kursniveau zu verteidigen, um einen versöhnlichen Jahresausklang hinzubekommen. Die nächsten Ziele liegen bei 6.245 und danach 6.340 bis 6.400 Punkten. Schließt der DAX die Kurslücke bei 6.143 Punkten, bietet sich ein Long-Einstieg an.
Der Stopp für den Long-Positionstrade wird auf 5.900 Punkte nachgezogen. Damit ist seit dem Einstieg bei 5.346 Punkten ein Gewinn von 554 Punkten gesichert. Der Initialstopp lag bei 5.250 Punkten. 1R entspricht folglich 96 Punkten. Mit diesem einzelnen Trade konnten Anleger somit bereits 5,7 R erwirtschaften. Werden pro Trade ein Prozent des Depotvolumens riskiert, entspricht dies einer Rendite auf das Gesamtdepot von 5,7 Prozent. Der Stopp für die zweite Long-Tranche ab 6.120 Punkten verbleibt ebenfalls bei 5.900 Punkten.
Die wichtigen charttechnischen Marken im DAX im Überblick:
Widerstände: 6.245 Punkte (50%-Fibo-RT), 6.340-6.440 Punkte (Widerstandszone), 6.547 Punkte (61,8%-Fibo-RT), 6.732 Punkte (200-Tage-Linie), 7.000 Punkte (Ausgangspunkt für den Abverkauf)
Unterstützungen: 6.100 Punkte, 5.964, 5.954, 5.937 Punkte (Zwischentiefs), 5.764 Punkte (38,2%-Fibo-RT), 5.750 Punkte (horizontale Unterstützung), 5.642 Punkte (50%-Fibo-RT), 5.520 Punkte (61,8%-Fibo-RT), 5.500 Punkte (Aufwärtstrend), 5.125 Punkte (Zwischentief), 4.965 Punkte (Jahrestief), 4.524 Punkte (Zwischentief), 3.688 Punkte (Ausgangspunkt der Haussebewegung der Jahre 2009 bis 2011)
Eine Video-Chartanalyse zum DAX, in der auch ein interessantes Hebelprodukt vorgestellt wird, finden Anleger im "DAX Check", welcher täglich um 11.05 Uhr im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) zu sehen ist. Die Sendung ist auch in der Video-Rubrik unten auf der Homepage des AKTIONÄRS sowie im Videoportal des DAF abrufbar.