Bastian Galuschka
Der Bärenmarkt ist tot, es lebe der Bärenmarkt! Der DAX kam gestern kräftig unter die Räder. Damit hat sich das kurzfristige Chartbild auf einen Schlag wieder gedreht. Auf welche Marken Anleger heute achten sollten, verrät DER AKTIONÄR.
Der DAX eröffnete gestern mit einem 200-Punkte-Gap nach unten und bekam auch in der Folge keinen Fuß auf den Boden. Zum Handelsende belief sich das Kursminus auf glatt fünf Prozent oder knapp 307 Punkte.
Ich hoffe, die trotz des Feiertags in Bayern veröffentlichte DAX-Analyse gestern konnte zumindest einige Anleger vor dem Schlimmsten bewahren. Die Verkaufssignale in Form eines Evening Stars verbunden mit einem Island Reversal hatten es in sich. Kein Wunder, stärker kann eine Umkehr laut Charttechnik auch nicht ausfallen.
Der DAX stabilisierte sich gestern erst auf der Unterstützung bei 5.750 Punkten. Diese bleibt auch im heutigen Handel im Fokus. Auf der Oberseite dürfte nicht viel gehen. Anleger können sich an den Fibonacci-Retracements bei 6.017 und 6.096 Punkten orientieren und hier antizyklische Short-Limits platzieren.

Mit dem Rückfall unter 6.100 Punkte ist die Bärenmarktrallye erst einmal ad acta gelegt. Im besten Fall kommt es nun zu einer zähen Seitwärtsphase, im schlechtesten Fall setzt sich der Bärenmarkt fort und der DAX fällt direkt weiter durch. Achten Sie in den kommenden Tagen auf die Aufwärtstrendlinie im Tageschart bei heute gut 5.600 Punkten. Hier könnte sich zumindest kurzfristig noch einmal eine antizyklische Long-Chance ergeben. Mittelfristige Positionen sollten inzwischen ausgestoppt sein. Hier besteht aktuell auch kein Handlungsbedarf.
Fazit: Zwar konnten Anleger, die CFDs, den DAX-Future oder Zertifikate direkt bei den Emittenten handeln, gestern bereits um 8:00 Uhr ihre Long-Positionen noch relativ gut schließen. Der Fairness halber wird aber der XETRA-Eröffnungskurs bei 5.934 Punkten für die Abrechnung der vorgestellten Trades zugrunde gelegt. Der erste Long-Positionstrade wurde damit mit einem Plus von 588 Indexpunkten oder 6,1R verkauft. Die zweite Tranche mit einem Verlust von 186 Punkten oder 0,8R. Verbleibt unterm Strich ein Plus von 5,3R.
Intraday-Trader können Kurserholungen in den 6.000-Punkte-Bereich heute shorten. Das Ziel für die nächsten Tage liegt bei rund 5.600 Punkten, also der Aufwärtstrendlinie.
Die wichtigen charttechnischen Marken im DAX im Überblick:
Widerstände: 6.017 Punkte, 6.096 Punkte (Fibo-RTs), 6.100 Punkte (horizontaler Widerstand), 6.133 Punkte (90-Tage-Linie), 6.175 Punkte (Fibo-RT), 6.340-6.430 Punkte (Widerstandszone), 6.547 Punkte (61,8%-Fibo-RT), 6.594 Punkte (61,8%-Fibo-RT), 6.623 Punkte (Abwärtstrend seit dem Jahreshoch), 6.7 Punkte (200-Tage-Linie), 7.000 Punkte (Ausgangspunkt für den Abverkauf)
Unterstützungen: 5.871 Punkte (38,2%-Fibo-RT), 5.750 Punkte (horizontale Unterstützung), 5.698 Punkte (50%-Fibo-RT), 5.608 Punkte (primärer Aufwärtstrend), 5.125 Punkte (Zwischentief), 5.525 Punkte (61,8%-Fibo-RT), 4.965 Punkte (Jahrestief), 4.524 Punkte (Zwischentief), 3.688 Punkte (Ausgangspunkt der Haussebewegung der Jahre 2009 bis 2011)
Eine Video-Chartanalyse zum DAX, in der auch ein interessantes Hebelprodukt vorgestellt wird, finden Anleger im "DAX Check", welcher täglich um 11.05 Uhr im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) zu sehen ist. Die Sendung ist auch in der Video-Rubrik unten auf der Homepage des AKTIONÄRS sowie im Videoportal des DAF abrufbar.