Bastian Galuschka
Mit einem satten Kursplus von über fünf Prozent gelang dem DAX im gestrigen Handel der charttechnische Befreiungsschlag. In den kommenden Tagen wird der Index eine Schlüsselstelle erreichen. Wo diese liegt, erfahren Sie in der aktuellen Analyse.
Was ist das nur für ein verrücktes Börsenjahr! Da verramschten Institutionelle ihre Aktien im August noch, dass man mit dem Schauen gar nicht mehr hinterherkam, um sie zwei Monate später mit der gleichen Geschwindigkeit wieder zurück in die Depots zu packen. Wie hat es der von mir sehr geschätzte Börsenaltmeister Kostolany treffend formuliert: „Die Börse hängt nur davon ab, ob es mehr Aktien als Idioten oder mehr Idioten als Aktien gibt." Selten passte dieser Spruch so gut wie in diesen Wochen.
Der DAX kletterte gestern wie an der Schnur gezogen nach oben. Der Widerstand bei 6.245 konnte die Rallye nur kurzzeitig unterbrechen. Zum Handelsende wurde gar das nächste Ziel bei 6.340 Punkten erreicht. Zum XETRA-Schluss blieb der DAX bei 6.337 Punkten stehen, was einem Kursplus von 5,35 Prozent oder knapp 322 Punkten entspricht.
Das in der aktuellen AKTIONÄR-Titelstory beschriebene Szenario geht damit voll auf. Dass es jedoch in dieser Geschwindigkeit abläuft, ist zweifelsohne überraschend. Analytisch hängt der DAX anders als die US-Indizes noch in einem Bärenmarkt fest. Die 200-Tage-Linie nimmt ab, die 61,8%-Fibonacci-Retracements bei 6.594 und 6.547 Punkten sind noch nicht überschritten. Hier verläuft zudem der Abwärtstrend seit dem Jahreshoch und knapp darüber die 200-Tage-Linie. Was kann man daher festhalten? Steigt der DAX auf Wochenschlusskursbasis über 6.600 Punkte, ist der Bärenmarkt technisch beendet und die Hochs bei 7.600 und 8.150 Punkten sind wieder erreichbar.

Gelingt der Ausbruch nicht, könnte es noch einmal ungemütlich werden. Unterstützung bekommt der Index wie mehrfach hier erwähnt von den US-Indizes.
Für den heutigen Handel ist zunächst eine Konsolidierung zu erwarten. Die könnte den DAX durchaus noch einmal auf das Fibonacci-Level bei 6.245 Punkten zurückführen. Hier kann man sich erneut long positionieren. Als Widerstandszone fungiert weiterhin der Bereich zwischen 6.340 und 6.400 Punkten. Darüber liegen die nächsten Ziele bei 6.480, 6.547 und 6.600 Punkten.
Solange der DAX oberhalb von 6.100 Punkten notiert, ist das Rallyeszenario intakt. Darunter wären die entstandenen Kursmuster näher auszuwerten.
Fazit: Es herrscht enormer Kaufdruck im DAX. Ein Rücksetzer auf 6.245 Punkte ermöglicht einen Neueinstieg auf der Long-Seite. Ziele liegen bei 6.340 bis 6.400 Punkten und darüber bei 6.480 Punkten.
Der Stopp für den Long-Positionstrade wird erneut nachgezogen auf jetzt 6.050 Punkte. Damit ist seit dem Einstieg bei 5.346 Punkten ein Gewinn von 704 Punkten oder 7,3R gesichert. Der Stopp für die zweite Long-Tranche ab 6.120 Punkten wird ebenfalls auf 6.050 Punkte nachgezogen. Somit beläuft sich das Verlustrisiko hier nur mehr auf 0,3R.
Die wichtigen charttechnischen Marken im DAX im Überblick:
Widerstände: 6.340-6.440 Punkte (Widerstandszone), 6.547 Punkte (61,8%-Fibo-RT), 6.594 Punkte (61,8%-Fibo-RT), 6.633 Punkte (Abwärtstrend seit dem Jahreshoch), 6.723 Punkte (200-Tage-Linie), 7.000 Punkte (Ausgangspunkt für den Abverkauf)
Unterstützungen: 6.245 Punkte (Fibo-RT), 6.168 (90-Tage-Linie), 6.100 Punkte (horizontale Unterstützung), 6.037 Punkte (sekundärer Aufwärtstrend), 5.820 Punkte (38,2%-Fibo-RT), 5.750 Punkte (horizontale Unterstützung), 5.657 Punkte (50%-Fibo-RT), 5.494 Punkte (61,8%-Fibo-RT), 5.536 Punkte (primärer Aufwärtstrend), 5.125 Punkte (Zwischentief), 4.965 Punkte (Jahrestief), 4.524 Punkte (Zwischentief), 3.688 Punkte (Ausgangspunkt der Haussebewegung der Jahre 2009 bis 2011)
Eine Video-Chartanalyse zum DAX, in der auch ein interessantes Hebelprodukt vorgestellt wird, finden Anleger im "DAX Check", welcher täglich um 11.05 Uhr im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) zu sehen ist. Die Sendung ist auch in der Video-Rubrik unten auf der Homepage des AKTIONÄRS sowie im Videoportal des DAF abrufbar.