Bastian Galuschka
Wie bereits am Donnerstag wurde auch am Freitag eine zunächst sehr freundliche Tendenz im DAX komplett abverkauft. Die Bären lassen sich so schnell nicht unterkriegen. Wo wichtige Chartmarken liegen, verrät DER AKTIONÄR.
Der DAX eröffnete am Freitag positiv im Bereich des Donnerstag-Hochs, schaffte es aber nicht darüber. In der Folge setzten Verkäufe ein, die sich am Nachmittag mit der veränderten Nachrichtenlage rund um die Abstufungspläne der Ratingagenturen verschärften. Der Index unterschritt das Vortagestief und löste somit ein Verkaufssignal aus. In der Folge ging es zunächst deutlich nach unten, zum Handelsende erholte sich der DAX aber wieder etwas. Der Schlussstand von 6.143 Punkten entspricht einem Minus von 0,58 Prozent oder gut 36 Punkten.
Ein Zitat aus der Vorgängeranalyse: Um das positive Chartbild nicht zu gefährden, sollte der DAX das gestrige Nachmittagstief bei 6.152 Punkten tunlichst nicht mehr unterschreiten. Ansonsten wäre das Momentum komplett aus dem Markt und man müsste sich wieder auf der Unterseite orientieren.
Dies ist nun leider passiert. Das Aufwärtsmomentum ist dahin, der Fokus richtet sich somit wieder auf die Unterstützungen. Drei Aufwärtstrends sind im Tageschart erkennbar. Sie verlaufen bei 6.060, 5.940 und 5.700 Punkten. Der oberste dürfte im heutigen Handel eine Rolle spielen. Auf dessen Höhe liegt auch das Freitagstief. Der unterste Aufwärtstrend ist für das mittelfristige Bild entscheidend. Unter 5.700 Punkten wäre das Erholungsszenario dahin. Darüber sind noch weitere Hochs machbar.

Anleger, die long investiert sind, sollten wie bei der Tradingidee des AKTIONÄR Stopps in den Gewinn nachziehen beziehungsweise zumindest keine Verluste mehr zulassen. Wer neu einsteigen will, sollte prozyklische Kaufsignale, also Kurse oberhalb von 6.256 Punkten abwarten. Für den heutigen Handelstag sind antizyklische Long-Positionen bei 6.060 Punkten genauso machbar wie Short-Positionen im Widerstandsbereich um 6.200 Punkte.
Fazit: Die vergangenen zwei Handelsstage hatten die Bären das Zepter in der Hand. Heute muss bei 6.060 Punkten eine Stabilisierung erfolgen. Ansonsten geht es eine Etage tiefer.
Hinweis: Der Stopp des in der Printausgabe gekauften Wave-Call XXL mit der WKN DE7 14D liegt mittlerweile auf Einstand (6,70 Euro).
Die wichtigen charttechnischen Marken im DAX im Überblick:
Widerstände: 6.170-6.200 Punkte (Widerstandszone), 6.256 Punkte (Zwischenhoch), 6.340-6.430 Punkte (Widerstandszone), 6.388 Punkte (200-Tage-Linie), 6.547 Punkte (61,8%-Fibo-RT), 6.594 Punkte (61,8%-Fibo-RT), 7.000 Punkte (Ausgangspunkt für den Abverkauf)
Unterstützungen: 6.060 Punkte (Aufwärtstrend), 5.965 Punkte (horizontale Unterstützung), 5.940 Punkte (Aufwärtstrend), 5.750 Punkte (horizontale Unterstützung, 5.690 Punkte (Aufwärtstrend), 5.528 Punkte (Gap), 5.366, 5.125 Punkte (Zwischentiefs), 4.965 Punkte (Jahrestief), 4.524 Punkte (Zwischentief), 3.688 Punkte (Ausgangspunkt der Haussebewegung der Jahre 2009 bis 2011)
Eine Video-Chartanalyse zum DAX, in der auch ein interessantes Hebelprodukt vorgestellt wird, finden Anleger im "DAX Check", welcher täglich um 11:05 Uhr im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) zu sehen ist. Die Sendung ist auch in der Video-Rubrik unten auf der Homepage des AKTIONÄRS sowie im Videoportal des DAF abrufbar.