Bastian Galuschka
Es ist geschafft, der DAX konnte gestern die runde 7.000-Punkte-Marke überschreiten. Allerdings nur temporär, die US-Indizes machten dem heimischen Leitindex einen Strich durch die Rechnung. Doch es gibt noch weitere charttechnische Warnsignale.
Wie erwartet gab der DAX gestern noch einmal kräftig Gas und brauch aus der Keilformation nach oben aus. Allerdings bildete sich im Handelsverlauf bei gut 6.740 Punkten ein kleines Doppeltop aus, der DAX gab in der Folge wieder nach und schloss mit gut 7.001 Punkten nur knapp über der psychologischen 7.000-Punkte-Marke. Der Zugewinn zum Vortag betrug 0,68 Prozent oder gut 47 Punkte.
Während das mittelfristig bullishe Chartbild derzeit ungefährdet ist, gibt es im kurzfristigen Zeitfenster einige Warnzeichen. Zum einen aus Übersee, dort lief der Dow Jones gestern an sein bisheriges Jahreshoch heran, konnte dieses jedoch nicht überwinden und gab im Handelsverlauf deutlich ab. Die Kerze, die sich hierbei auf Tagesbasis ausgebildet hat, nennt man Shooting Star und verheißt meistens nichts Gutes. Vielmehr dürfte der Dow Jones in den kommenden Tagen in eine Konsolidierung übergehen.

Im DAX wurde das kurzfristige Doppeltop bereits angesprochen. Hinzu kommt, dass der Index das Idealziel in Form der Aufwärtstrendkanaloberkante bei 7.060 Punkten gestern nicht mehr erreicht hat, sich grundsätzlich aber innerhalb des Trendkanals eher "oben" bewegt. Das heißt, der Index wäre anfällig für Konsolidierungen, sollten bestimmte Kursmarken unterschritten werden. Das ist zum einen die 6.980-Punkte-Marke, die ja Ausgangsbasis für die gestrige Ausbruchsbewegung war und zum anderen vor allen Dingen die Unterstützung um 6.900 Punkte.

Wenn man die Fibo-Retracements über die Aufwärtsbewegung seit dem Tief bei 6.655 Punkten anlegt, stellt man ebenfalls Interessantes fest. Diese stimmen nahezu ideal mit klassischen Unterstützungen überein, die zudem leicht zu merken sind. 6.900, 6.850 und 6.800 Punkte. Das heißt, im Extremfall könnte der DAX die kommenden Tage bis auf 6.800 Punkte konsolidieren, ohne dass das übergeordnet bullishe Setup gefährdet wäre. Noch sind die Triggermarken für eine solche Bewegung allerdings nicht unterschritten. Über 7.040 Punkten wäre das Konsolidierungsszenario zu verwerfen.
Fazit: Mittelfristige Anleger lassen die Longpositionen weiter laufen und peilen die Zielzone zwischen 7.190 und 7.230 Punkten an. WICHTIG: Der Stopp für die Engagements liegt bei 6.650 Punkten. Kurzfristig ist der DAX anfällig für eine Konsolidierung. Intraday-Trader können sich prozyklisch bei einem Unterschreiten der Marke von 6.970 Punkten short engagieren mit Stopp über dem bisherigen Tageshoch, müssen sich aber im Klaren sein, dass sie damit gegen den vorherrschenden Trend handeln. Daher ist diese Unternehmung hochriskant und nichts für schwache Nerven. Enge Stopps sind Pflicht! Als Ziel dient zunächst die 6.900-Punkte-Marke.
Die wichtigen charttechnischen Marken im DAX im Überblick:
Widerstände: 6.978 (Freitagshoch), 7.073 Punkte (obere Trendkanalbegrenzung), 7.080 Punkte (rechnerisches Kursziel aus dem aufsteigenden Dreieck), 7.190-7.230 Punkte (horizontale Widerstandszone)
Unterstützungen: 6.910 Punkte (ehemaliges Ausbruchslevel), 6.850 Punkte (horizontale Unterstützung), 6.800 Punkte (61,8%-Fibo-Retracement), 6.620-6.671 Punkte (mittelfristiger Aufwärtstrend, markantes Zwischentief), 6.340-6.400 Punkte (ehemaliges mittelfristiges Ausbruchslevel), 6.218 Punkte (200-Tage-Linie), 5.960 Punkte (maßgeblicher langfristiger Aufwärtstrend), 5.800 Punkte (horizontale Unterstützung)
Eine Video-Chartanalyse zum DAX, in der auch ein interessantes Hebelprodukt vorgestellt wird, finden Anleger im "DAX Check", welcher täglich um 11.05 Uhr im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) zu sehen ist. Die Sendung ist auch in der Video-Rubrik unten auf der Homepage des AKTIONÄRS sowie im Videoportal des DAF abrufbar.