DAX: 200 Punkte Risiko, 1550 Punkte Chance
Der DAX ging gestern mächtig in die Knie, die überfällige Marktbereinigung ist erfolgt. Antizykliker sollten jetzt die Ohren spitzen. Wer an die Fortsetzung der Hausse glaubt, muss tätig werden. Selten gibt es ein so exzellentes Chance-Risiko-Verhältnis.
Zunächst ein Auszug aus der Montags-Analyse: Der DAX benötigt weiter einen Anstieg über 6.812 Punkte. Ein vorgeschaltet prozyklisches Kaufsignal entsteht bei Kursen über 6.760 Punkten. Darunter hingegen ist Vorsicht geboten, da es in diesem Fall zahlreiche charttechnische Varianten gibt. Unter 6.650 trübt sich das Chartbild ein, unter 6.600 Punkten wiederum droht ein Sell-off.
Wieder einmal hat sich gezeigt, dass auch Warten eine wichtige Tugend eines Traders ist. Wer sich durch das Hin und Her der Vortage nicht verunsichern ließ, konnte gestern aufgrund klarer charttechnischer Signale schöne Short-Gewinne einfahren. Der Bruch der 6.650-Punkte-Marke lieferte ein erstes Verkaufsignal, nach dem Unterschreiten der 6.600 gab es kein Halten mehr. Zum Handelsende notierte der DAX bei 6.523 Punkten, 3,36 Prozent oder gut 227 Punkte niedriger als noch am Freitag.
Es geht um den mittel- bis langfristigen Richtungsentscheid im DAX. Mithilfe der Charttechnik lassen sich gute Chance-Risiko-Verhältnisse für einen Einstieg bestimmen. Genau ein solches liegt inzwischen vor. So notiert der langfristige Aufwärtstrend im DAX heute bei 6.396 Punkten. Der Index ist also heute in der Vorbörse keine 200 Punkte von dieser Trendlinie entfernt. Mit einem Stopp unter dieser Trendlinie riskieren Anleger 200 Punkte auf der Unterseite, haben auf der Oberseite aber bei einer Fortsetzung der Hausse die Perspektive auf einen Anstieg von gut 1.500 Punkten, sollte der DAX seine Allzeithochs wieder ansteuern.
Wer konservativer unterwegs ist, kann Long-Positionen auch unter der 200-Tage-Linie, also knapp unter 6.200 Punkten absichern. Fakt ist: Fällt der DAX auch unter den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt, ist der Ofen voraussichtlich aus. Die Baisse wäre reaktiviert. Daher gilt es spätestens hier Positionen abzusichern.
Ein Tief zu erwischen ist eine große Herausforderung. Rechnen Sie daher damit, dass Sie auch noch einmal ausgestoppt werden und riskieren Sie auch in diesem Trade nur einen geringen Prozentsatz Ihres Depots. Eine Aufstockung in steigende Kurse hinein ist dann immer noch möglich. Verbilligen hingegen ist streng verboten!

Aus Tradersicht lassen sich Long-Positionen bereits unter der 6.500-Punkte-Marke absichern, unter dem Tagestief von gestern bei 6.498 Punkten. Auf der Oberseite muss der DAX über 6.600 Punkte ansteigen, dann wäre Luft bis auf 6.650 und in der Folge 6.750 Punkte. Der Index braucht heute einen sehr starken Handelstag oder zumindest ein sattes Intraday-Reversal, sollte noch einmal Kursschwäche aufkommen.
Die langfristig maßgebliche Aufwärtstrendlinie im DAX verläuft heute bei 6.396 Punkten. Die 200-Tage-Linie notiert bei 6.225 Punkten.
Fazit: Der DAX muss in den kommenden Tagen drehen, ansonsten wird die Baisse reaktiviert. Mutige Anleger finden mittlerweile ein akzeptables Chance-Risiko-Verhältnis für einen Neueinstieg auf der Long-Seite vor und sichern Positionen unter 6.400 oder unter 6.200 Punkten ab.
Die wichtigen charttechnischen Marken im DAX im Überblick:
Widerstände: 6.600, 6.650, 6.760 Punkte (horizontal), 6.812 Punkte (Zwischenhoch), 6.945 bis 6.981 Punkte (Gap), 7.000 Punkte (horizontal), 7.080 Punkte (Zwischenhoch), 7.194 Punkte (Jahreshoch), 7.383, 7.523, 7.600 Punkte (Zwischenhochs)
Unterstützungen: 6.498 Punkte (Zwischentief), 6.480-6.430 Punkte (Unterstützungszone), 6.396 Punkte (Aufwärtstrend), 6.225 Punkte (200-Tage-Linie), 6.200-6.170 Punkte (Unterstützungszone), 5.528 Punkte (Gap), 5.366 Punkte (Zwischentief), 4.965 Punkte (2011er Tief)
Eine Video-Chartanalyse zum DAX, in der auch ein interessantes Hebelprodukt vorgestellt wird, finden Anleger im "DAX Check", welcher täglich um 11:05 Uhr im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) zu sehen ist. Die Sendung ist auch in der Video-Rubrik unten auf der Homepage des AKTIONÄR sowie im Videoportal des DAF abrufbar.
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