Bastian Galuschka
Der Index für die Schwergewichte der US-Biotech-Szene hat gestern ein neues Allzeithoch markiert. Was hinter der beeindruckenden Kursrallye steckt, und wie Anleger von weiter steigenden Kursen im BTK profitieren können, verrät DER AKTIONÄR.
Keine Frage, die nackten Performancezahlen der Kursrallye an den großen Weltbörsen seit den Tiefständen im März lesen sich im einzelnen schon beeindruckend. Beispielsweise hat der Dow Jones seit dem Frühjahr inzwischen 49 Prozent an Wert gewonnen, der DAX sogar um 55 Prozent zugelegt. Wirft man einen Blick auf den AMEX Biotechnology Index (US-Kürzel: BTK) in Amerika, stellt dieser jedoch alles bisher Gesehene in den Schatten.

Seine Performance von 69 Prozent seit den Jahrestiefs im März klingt vielleicht noch nachvollziehbar, beim Blick auf den Langfristchart kommt man aber dann schnell ins Grübeln. Dem Index ist es gestern doch tatsächlich gelungen, ein neues Allzeithoch bei 917,75 Punkten zu markieren. Davon sind die großen Weltbörsen wie DAX, Dow Jones und natürlich erst Recht der japanische Nikkei noch meilenweit entfernt.
HGS sorgt für Kursexplosion
Doch was steckt eigentlich genau hinter dem BTK? Nun, der AMEX Biotechnology Index enthält 20 der größten Biotech-Firmen in Amerika (siehe Tabelle unten), jedes Unternehmen ist im Index mit fünf Prozent gewichtet. Diese Gleichgewichtung wird viermal im Jahr, immer am dritten Freitag der Monate Januar, April, Juli und Oktober, überprüft und bei Bedarf angepasst, wie zuletzt am 17. Juli geschehen.
Genau in dieser relativ trägen Indexanpassung liegt auch der Grund für die jüngste Kursexplosion. Denn kurz nach der jüngsten Überprüfung gab das Indexmitglied Human Genome Sciences (HGS) positive Phase-III-Daten für sein Medikament Benlysta zur Behandlung der Lupus-Krankheit bekannt. Die Aktie schoss daraufhin um über 200 Prozent nach oben. Inzwischen notiert der Titel - nicht zuletzt bedingt durch Übernahmespekulationen - sogar fünfmal so hoch wie noch vor Bekanntgabe der Daten. Die Folge: HGS ist mit knapp 22 Prozent Gewichtung natürlich mittlerweile zum Zugpferd im BTK geworden. Und läuft mit Benlysta alles nach Plan oder kommt es gar zu einer Übernahme, wird sich bis zur nächsten Index-Anpassung am 16. Oktober daran auch nichts ändern.
Zwei Derivate zur Wahl
Da DER AKTIONÄR die Entwicklung der HGS-Aktie weiterhin positiv sieht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass in ihrem Sog auch der BTK in den kommenden Wochen weiter zulegen wird. Zudem sind mit Amgen, Celgene, Gilead Sciences oder auch Vertex Pharmaceuticals einige weitere Biotech-Topfavoriten des AKTIONÄRS im Index enthalten. Für Anleger, die auf steigende Kurse im BTK setzen wollen, bieten sich folgende zwei Produkte an:
Wer die Performance des Index ganz einfach 1:1 abbilden will, kann dies mit dem Indexzertifikat der RBS mit der WKN A0A B88 tun. Das Derivat ist währungsgesichert, Anleger brauchen sich um etwaige Währungsschwankungen zwischen Euro und Dollar also keine Gedanken machen.
Anleger, die noch etwas mehr Pepp ins Depot nehmen wollen, können den BTK natürlich auch gehebelt handeln. Der MINI-Long der RBS mit der WKN AA1 JQR beispielsweise besitzt einen aktuellen Hebel von 2, die Knock-Out-Schwelle liegt bei 535 Index-Punkten.
Perfekte Beimischung
Auf welches Produkt man auch setzt, die Chancen stehen gut, dass der BTK sich zumindest bis in der Herbst hinein weiterhin positiv entwickelt. Als spekulative Beimischung für ein ausgewogenes Depot sind beide Derivate folglich bestens geeignet.