- Stefan Limmer - Redakteur

Euro/Schweizer Franken (EUR/CHF): Der Preis des Kursziels

Die Schweizer Nationalbank könnte ihrem Land durch die „Kopplung“ des Schweizer Franken an den Euro einen Bärendienst erwiesen haben. Das Währungspaar Euro/Schweizer Franken (EUR/CHF) ermöglicht Anlegern im Moment einen risikoarmen Einsteig auf der Long-Seite.

Mit einem Paukenschlag endete vor etwas mehr als einer Woche der Höhenflug des Schweizer Franken. Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat am 6. September verkündet, dass der Mindestkurs für das Währungspaar EUR/CHF bei 1,20 EUR/CHF liegen soll. Der Schuß kann für die Schweiz allerdings nach hinten losgehen!

Die aufsehenerregende Maßnahme wurde durchgeführt, um die schweizer Exportindustrie zu unterstützen. Durch die starke Nachfrage nach dem Schweizer Franken war diese mehr und mehr unter Druck geraten. Um den Mindestkurs gegenüber dem Euro von 1,20 CHF unter allen Umständen zu halten, muss die Schweiz große Mengen neues Geld schaffen und in den Währungskreislauf pumpen. Wie viel es letztendlich sein wird, hängt vom weiteren Verlauf der Schuldenkrise in Europa und den USA ab. Die Folge wird aber eine massive Ausweitung der Geldmenge sein. Der Preis der Operation „Mindestkurs“ ist somit das Risiko einer höheren Inflationsrate im Alpenland.

Déjà-vu 1978?

Bereits vor 33 Jahren hat die Schweiz, durch die Kopplung des Wechselkurses an die D-Mark, versucht die eigene Währung zu schwächen. Das Resultat war damals eine stark steigende Inflation. Innerhalb weniger Jahre kletterte die Teuerungsrate von knapp einem Prouzent auf 7,5 Prozent. Wiederholt sich das Szenario, hat die SNB ihrem Land einen Bärendienst erwiesen. Durch eine steigende Inflationsrate werden die schweizer Unternehmen ihre Preise erhöhen müssen. Hierdurch büßen sie abermals einen Teil ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit ein. Dieser pessimistische Ausblick sollte dafür sorgen, dass auch der letzte Anleger den Schweizer Franken nicht mehr als sicheren Hafen ansieht. Zumal aktuell eher mit einer Entspannung der Schuldenkrise in Europa zu rechnen ist. China hat kürzlich angekündigt verstärkt bei italienischen und spanischen Staatsanleihen zuzugreifen. Die Chinesen sitzen aktuell auf 3 Billionen US-Dollar an Währungsreserven. Eine Einkaufstour der Asiaten in Europa würde das Ausfallrisiko der überschuldeten Staaten stark verringern.

Risikoarme Kaufgelegenheit

1978 wurde das Ziel der Interventionsmaßnahme übrigens erreicht. Der Wechselkurs DM/CHF fiel bis zur Einführung des Euros nie mehr unter das ausgegebene Kursziel von 80 Rappen. Mittelfristig orientierte Anleger können eine Longposition im Währungspaar EUR/CHF aufbauen. Es empfiehlt sich, auf den Open-End-Optionsschein mit der WKN VT2 GCH zu setzen. Der Hebel beträgt 4,95. Bei einem Basispreis von 0,96 CHF ist das Knockout-Level bei 0,9633 CHF zu finden. Aktuell kostet der Optionsschein 20,29 Euro. Auch wenn der EUR/CHF-Kurs aufgrund der SNB nach unten weitestgehend abgesichert ist, sollte mit Stop-Loss gearbeitet werden.

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