Deutsche Bank
- Werner Sperber - Redakteur

Deutsche Bank: Ein Derivat und NICHT die Aktie kaufen; Börsenwelt Presseschau IV

Die Experten des Frankfurter Börsenbriefes kritisieren das ständige Hin und Her, also die Unbeständigkeit und die sich irgendwann jeweils widersprechenden Entscheidungen, des Vorstandes der Deutschen Bank AG in den vergangenen Jahren. Die derzeitigen Co-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Fitschen und Anshuman Jain setzen das fort. Obwohl deren vor zwei Jahren ausgerufene neue Strategie "2015+" noch nicht einmal vollständig umgesetzt worden ist, deuten sich bereits personelle Änderungen an. Dafür hat der Vorstand sogar die für Ende Januar angesetzte Jahrespressekonferenz abgesagt und auf einen Investorentag im zweiten Quartal vertröstet. Der vom Finanz- zum Strategie-Vorstand ernannte Stefan Krause dürfte dabei die Trennung des Privatkundengeschäfts, einschließlich der Deutschen Postbank, vom Investment-Banking bekannt geben. Gegen dieses in den USA übliche und in Europa von den Politikern seit längerem geforderte Trennbanken-System hatte sich die Deutsche Bank AG, wie die gesamte Bankenindustrie, bislang sehr kräftig gewehrt.

Die Deutsche Bank signalisiert derzeit allerdings auch Hoffnung: Bislang hat das Institut bereits 3,2 Milliarden Euro zurückgestellt, die für drohende Straf- und Schadensersatz-Zahlungen aus laufenden Gerichtsverfahren bestimmt sind. Im vierten Quartal 2014 stellte die Bank "nur" weitere 207 Millionen Euro für solche Risiken in der Bilanz zurück. Vor allem deshalb überraschte die Deutsche Bank mit einem Quartalsgewinn von 441 Millionen Euro. Die Analysten hatten auf einen Verlust getippt und ein Jahr zuvor belief sich das Nettoergebnis auf minus 1,37 Milliarden Euro. Insgesamt sind die Quartalszahlen solide gewesen. Die Eigenkapitalrendite war mit 2,7 Prozent jedoch niedrig.

Weil die Analysten nun wohl von sinkenden Prozessrisiken und damit vor allem von weniger Unsicherheit ausgehen und entsprechend die Ergebnisse mutiger schätzen, dürften sie auch die Kursziele erhöhen. Zudem hat sich die Notierung der Deutschen Bank im Vergleich zu den Wettbewerbern wesentlich schlechter entwickelt. Wegen der wohl sinkenden Zahl an Gerichtsprozessen und den wohl ebenfalls niedriger werdenden Prozessrisiken dürften nun wieder mehr institutionelle Investoren Aktien der Deutschen Bank AG kaufen, was anscheinend den Kurs bereits ebenfalls treibt. Derzeit läuft also eine Erleichterungsrallye. Das Kursziel beträgt 32 Euro und der Stop-Loss sollte bei 23,88 Euro gesetzt werden.

Aufgrund dieses wohl nur kurzfristigen Interesses institutioneller Investoren sollten Anleger jedoch nicht die Aktie sondern das endlos laufende Bull-Zertifikat (WKN CC6 V18) der Citigroup auf die Deutsche Bank AG kaufen und den Stoppkurs bei 1,70 Euro setzen. Der Schein ist mit einem Basispreis und einer Totalverlust-Schwelle bei jeweils 25,28 Euro sowie einem Hebel von derzeit 14,8 ausgestattet.

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