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Der Handel mit Währungen wird in Deutschland immer populärer

Wer Zukunftsvorsorge betreiben will, muss umdenken. In Deutschland wenden sich daher immer mehr Privatanleger dem Devisenhandel zu. Doch ist das Spekulieren mit Währungen für kleine Investoren geeignet? Oder verliert das Gros seinen Einsatz im Börsenkasino? Jannis Raftopoulos von JRC Capital Management bleibt skeptisch.

Schneller Mittelumlauf, geringe Geschäftskosten, hohe Liquidität – diese Attribute machen den Forex-Markt zu attraktivsten der Welt. Mit einem globalen Tagesumsatz von 5,3 Billionen US-Dollar im Jahr 2013 ist er ganz klar die Nummer 1 unter den Finanzmärkten.

Ursprünglich war der Devisenmarkt vor allem Unternehmen vorbehalten. Neben Banken handelten dort meist Firmen, die Waren im Ausland in fremder Währung bezahlen mussten oder die sich gegen Verluste aus ungünstigen Wechselkursveränderungen absichern wollten. In Zeiten von negativen Realzinsen setzen nun aber auch immer mehr Privatanleger auf den Handel mit Währungen.

„In den letzten Jahren ist das Handelsvolumen durch private Anleger stetig gestiegen, und immer mehr Privatanleger interessieren sich für den Devisenhandel. Der Markt wächst rasant“, sagt Jannis Raftopoulos, CEO der JRC CAPITAL Management GmbH.

Raftopoulos weiß, wovon er spricht. Seit mehr als zwanzig Jahren ist er an den Devisenmärkten tätig und betreut mit seiner Vermögensverwaltung, der JRC Capital Consulting and Research GmbH, institutionelle Kunden und vermögende Privatanleger in den Bereichen Asset Management und Brokerage.

Ein weiteres Indiz für die zunehmende Attraktivität des Devisenmarkts ist die steigende Anzahl der Broker, die den deutschen Markt erobern wollen und um die Anleger buhlen.

Gehandelt werden können auf den Internetseiten der einschlägigen Anbieter nicht nur Devisen, sondern auch Produkte, die mit Währungen in Zusammenhang stehen: Rohstoffe und so genannte Contracts for Difference (CFDs). Das sind einfach strukturierte Hebelprodukte, die auch in Deutschland inzwischen populär geworden sind.

Es ist nicht schwierig, selbst zum Devisenhändler zu werden. Man legitimiert sich und eröffnet ein Konto bei einem der unzähligen Broker am Markt. Als Handelssoftware darf man sich in der Regel den MetaTrader 4 kostenfrei auf seinen Computer laden. Nach der Überweisung des Startkapitals kann es im Prinzip auch schon losgehen. Mit nur einem Mausklick kann man wie professionelle Händler auf steigende und fallende Wechselkurse setzen.

Doch warum ist der Devisenmarkt auf einmal für Privatanleger so attraktiv? Das Geheimnis ist schnell gelüftet: Es ist der so genannte Hebel, welcher es ermöglicht, größere Summen zu bewegen, als man eigentlich auf dem Konto hat.

Ein simples Beispiel: Hat man auf seinem Konto 1.000 Euro und wählt einen Hebel von 1 zu 100, so bewegt man faktisch 100.000 Euro. Setzt man nun diesen Betrag beispielsweise auf einen steigenden oder fallenden Euro-/US-Dollar-Kurs und verändert sich der Wechselkurs um nur einen Prozentpunkt in die gewünschte Richtung, so hat man quasi sein Kapital verdoppelt. Aus 1.000 Euro werden ganz schnell 2.000 Euro. Doch Achtung: Der Hebel funktioniert auch in die andere Richtung, und es droht der Totalverlust.

Das Risiko ist zwar sehr groß, doch auch die Chancen dementsprechend hoch. Und genau das macht wahrscheinlich auch den Reiz und die Popularität von Wechselkursspekulationen aus. Über eines sollten sich Privatinvestoren aber im Klaren sein, so Jannis Raftopoulos: Gegenüber institutionellen Anlegern hat man als privater Anleger in der Regel immer einen Informationsnachteil.

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