DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

DAX-Check: Blutbad

DAX

Der deutsche Aktienmarkt steckt auch am Freitag weiter im Tiefenrausch. Ein Ausverkauf an der Wall Street am Vorabend, die Staatspleite Argentiniens, anhaltende Kämpfe in der Ukraine mit Sanktionen gegen Russland, der Gaza-Konflikt und teils enttäuschende Geschäftszahlen auch aus Deutschland - das alles ist derzeit einfach zu viel für die Anleger. Der DAX verliert 1,5 Stunden nach Handelseröffnung knapp 170 Punkte oder 1,8 Prozent auf 9.240 Punkte.

Kurssturz an der Wall Street

Ein Kurssturz an der Wall Street mit 317 Punkten Minus im Leitindex Dow Jones sorgt für anhaltend hohe Nervosität an den Börsen. Nach der Zahlenflut der Vortage - die auch bei DAX-Konzernen wie Adidas mit einem Abschlag von über 15 Prozent oder der Lufthansa am Vortag erhebliche Kursreaktionen ausgelöst hatte - beruhigt sich die Nachrichtenlage aus der Berichtssaison. Dirk Gojny von der National-Bank hob erneut gute Nachrichten aus China positiv hervor, nachdem beide Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe klar über 50 Punkten im Wachstumsbereich lagen. Der Börsenfokus liegt aber klar auf dem Arbeitsmarktbericht am Nachmittag aus den USA. Zuvor dürften Anleger nur sehr vorsichtig agieren.

Börsianer beleuchten die aktuelle Korrekturphase an den Aktienmärkten sehr kritisch. Der starke Anstieg der Schwankungsintensität - der "Volatilität" zeigt, dass Anleger die Risiken viel höher einschätzen als noch vor wenigen Wochen. Chefstratege Chris Weston von IG verweist vor allem auf die Sorgenfelder der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Krisenherde von Argentinien bis in die Ukraine, die Unsicherheit um die kommende Zinswende in den USA und auch teils enttäuschende Unternehmensdaten. Bringt das eine Trendwende am Markt, fragen sich Anleger.

DAX; Chart

Ruhe bewahren

Der DAX gibt ohne Zweifel ein Bild des Grauens ab. Charttechnisch betrachtet gibt es eine kleine Unterstützung bei 9.170 Zählern, sollte der Absturz auch hier nicht stoppen, muss man sich mit der Marke von 9.000 beschäftigen. Nach einem Absturz um 850 Zähler ist aber durchaus auch eine technische Erholung möglich. Aufgrund der unsicheren Gemengelage sollten Anleger erst einmal durchschnaufen und die Situation von der Seitenlinie aus beobachten.

(Mit Material von dpa-AFX)

 

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