DAX
- Marion Schlegel - Redakteurin

DAX-Check: Sorge um Merkels Sanktionsdrohungen – die Folgen

Insbesondere wegen der Unsicherheit in der Ukraine ist der DAX in der vergangenen Woche erheblich unter Druck geraten und unter die Marke von 9.000 Punkten zurückgerutscht. Erstmals seit Dezember 2013 notiert der DAX damit unter dieser symbolisch wichtigen Marke. Wegen einer möglichen Eskalation auf der Schwarzmeer­Halbinsel Krim scheuen Investoren derzeit eine Halteposition über mehrere Tage.

Merkel droht mit Sanktionen

In der Krim-Krise hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Russland erneut mit Wirtschaftssanktionen gedroht. "Wir wollen Lösungen über Gespräche - und die Tür dazu steht weiterhin offen", sagte Merkel am Freitag nach einem Spitzengespräch mit den großen Wirtschaftsverbänden in München. Gespräche seien die beste Möglichkeit zur Lösungsfindung. "Wenn nicht anders möglich" müsse es allerdings auch Sanktionen geben können, betonte die Kanzlerin.

Die deutsche Wirtschaft sorgt sich indes vor Sanktionen des Westens und möglichen Enteignungen Russlands. Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank und Banken-Präsident, warnte: "Eine Neuauflage des Kalten Krieges sollten wir unter allen Umständen vermeiden." Bei Sanktionen bestehe die Gefahr, dass Russland sich noch weiter vom Westen distanziere, sagte Fitschen der "Zeit". "Das wäre weder für Deutschland noch für Europa gut, politisch wie wirtschaftlich." Russland steht auf Platz elf der deutschen Handelspartner.

Schwacher Nikkei

Zudem kam auch Druck von den internationalen Börsen. Insbesondere der Nikkei musste deutliche Verluste einstecken, nachdem sich der Yen enorm stark präsentiert hatte. Die japanische Währung sei neben Gold die erste Wahl der Anleger, so die Experten des Brokers IG.

Wichtige charttechnische Marken beim DAX

Aus charttechnischer Sicht trifft der deutsche Leitindex nun auf eine wichtige Mehrfach-Unterstützung. Bei 8.826 Punkten verläuft die 200-Tage-Linie, knapp darunter befindet sich außerdem der horizontale Support bei 8.770 Punkten, der aus dem Septemberhoch 2013 resultiert. Nicht weit entfernt ist der seit April 2013 ausgebildete Aufwärtstrend. Wichtig für den weiteren Verlauf ist, dass der DAX oberhalb dieses Unterstützungsbereichs wieder nach oben dreht. Anleger bleiben im empfohlenen Turbo-Long mit der WKN DZP 26T investiert, ziehen den Stopp angesichts der derzeitigen Unsicherheit aber auf 5,90 Euro oder 8.876 Punkte nach.

(Mit Material von dpa-AFX)

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