DZ Bank Knock-Out DAX 26.06.2015
- Thomas Bergmann - Redakteur

DAX-Check: EZB-Schock schon wieder verdaut?

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Mittwochabend beim Thema Griechenland die Zügel angezogen und damit die Kapitalmärkte in Aufruhr versetzt An der Wall Street gab der Dow Jones in der letzten halben Stunde etwa hundert Punkte und seine Tagesgewinne damit fast vollständig ab. Der Future auf den US-Index steht am Morgen ebenfalls tiefer als zum Xetra-Schluss am Vortag. Doch der DAX hat sich von seinen vorbörslichen Tiefkursen schon wieder deutlich erholt.

Der XDAX wurde am frühen Morgen bei 10.789 Punkten und damit 1,1 Prozent unter dem Xetra-Schluss vom Mittwoch gehandelt. Es drohte ein Sturz unter die Unterstützung bei 10.800 und somit ein neues Verkaufssignal.

Doch schon zur Eröffnung zum regulären Handel auf Xetra lag der DAX wieder über dem alten Ausbruchsniveau. Zwar folgte noch einmal ein Rücksetzer auf 10.822,75 (Tagestief), doch mittlerweile bewegt sich der Markt wieder nach oben. Technisch betrachtet kommt der Marke von 10.800 Punkten damit eine immer größere Bedeutung zu.

EZB zweifelt an Griechenlands Reformwillen

Scheinbar haben die Anleger schon wieder das Thema Griechenland verdrängt, das die Märkte am Vorabend unter Druck setzte. Gestern hatte die EZB verkündet, dass sie Griechenlands Reformwillen anzweifelt und dessen Staatspapiere nicht länger als Sicherheiten akzeptieren will.

"Dass die EZB schon unmittelbar nach dem Besuch von Finanzminister Giannis Varoufakis aktiv wurde, hat starke Signalwirkung", kommentierten die Devisenexperten der  Commerzbank. "So, wie Griechenlands Regierung es vorhat, läuft es mit der EZB nicht."

Das Versprechen von EZB-Chef Mario Draghi, alles für einen Zusammenhalt der Eurozone zu unternehmen, dürfe nicht mit einem "unendlichen" Entgegenkommen gleichgesetzt werden. Es  könnte vielmehr auch den Rausschmiss Griechenlands aus dem Euroraum beinhalten, um weitergehenden Schaden zu vermeiden, schrieben die Commerzbank-Experten und sehen darin "kein schlechtes Signal für Europas Währung".

Long-Position halten

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