DAX
- Maximilian Völkl

DAX-Check: 10.000 Punkte und die EZB - die Hintergründe

Am Donnerstag ist dem DAX erstmals der Sprung über die magische 10.000-Punkte-Marke gelungen. Im Verlauf lösten sich die Gewinne allerdings wieder in Luft auf. Ursache für das Hin und Her ist die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB).

Um die Euro-Wirtschaft anzukurbeln und zu verhindern, dass der Währungsraum in die Deflation abgleitet, hat sie ein riesiges Lockerungspaket geschnürt. Die Leitzinsen sinken auf neue Tiefstände – inklusive eines Strafzinses auf EZB-Bankguthaben. Darüber hinaus wollen die Währungshüter die schwache Kreditvergabe mit einem neuen Stützungsprogramm anschieben.

Wie EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag erklärte, soll die Kreditvergabe an private Haushalte und Unternehmen mit billigem Zentralbankgeld im Volumen von bis zu 400 Milliarden Euro angeschoben werden. Dazu werden mit den Banken eine Reihe von Refinanzierungsgeschäften mit einer Laufzeit von vier Jahren durchgeführt.

Zudem können die Banken im Währungsraum noch länger als bisher auf billiges Geld zählen. Gegen Sicherheiten können sie sich so viel Zentralbankgeld wie gewünscht bis mindestens Ende 2016 besorgen. Bisher war dies bis Mitte 2015 möglich. Diese "Vollzuteilung" war eine Reaktion auf die seit der Finanz- und Schuldenkrise gestörte Funktionsfähigkeit der Interbankenmärkte, auf denen die Geldhäuser überschüssiges Zentralbankgeld handeln.

Erstmals negativer Einlagensatz

An der Zinsfront wurde die Notenbank ebenfalls aktiv: Der wichtigste Leitzins, zu dem sich die Banken gegen Sicherheiten für eine Woche Zentralbankgeld leihen können (Hauptrefinanzierungssatz), sinkt um weitere 0,1 Punkte auf ein neues Rekordtief von 0,15 Prozent. Der Einlagensatz, zu dem die Banken normalerweise bei der EZB liegende Guthaben verzinst bekommen, sinkt erstmals ins Negative. Er beträgt nun minus 0,1 Prozent, nach zuvor null Prozent. Der Ausleihungssatz, der den Banken zur Spitzenrefinanzierung dient, sinkt um 0,35 Punkte auf 0,4 Prozent.

Gute Vorzeichen für den DAX

Die Maßnahmen waren in dieser Größenordnung bereits erwartet worden. Dennoch ist die Entscheidung für den Aktienmarkt positiv zu werten. Durch den negativen Einlagensatz fehlen ganz klar die Alternativen zu einem Investment in Aktien. Anleger bleiben weiter im empfohlenen Mini-Long mit der WKN DZP 8FV (Kaufkurs: 9,56 Euro) mit einem Stopp bei 9.670 Punkten oder 9,96 Euro investiert. Das Umfeld bleibt weiter positiv, weswegen ein erneuter Angriff auf die 10.000-Punkte-Marke nur eine Frage der Zeit ist.

(Mit Material von dpa-AFX)

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Aktuelle Position
DAX Mini-Long
WKN DZP 8FV
Kaufkurs 9,56 €
Stoppkurs 9,96 €

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  • Andreas Czulucki -
    10000 Punkte sind bedeutungslos. 9900 oder 10100 interessiert keinen Hund. Warum sollte sich jemand für 10000 Punkte interessieren?
  • Andreas Czulucki -
    10000 Punkte sind bedeutungslos. 9900 oder 10100 interessiert keinen Hund. Warum sollte sich jemand für 10000 Punkte interessieren?

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