DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

DAX-Wochenausblick: 11.000 oder 10.000 Punkte?

Der DAX hat in der Vorwoche wieder ein neues Rekordhoch markiert. Mit 10.984 Punkten scheiterte er aber knapp an der nächsten runden Marke von 11.000 Punkten. Am Freitag kam es im späten New Yorker Handel zu Gewinnmitnahmen, die sich auch in Deutschland fortsetzen könnten. Der Anlauf auf ein Allzeithoch scheint vorerst vertagt.

Sorgen um Griechenland

Der nahende Showdown um die griechischen Staatsschulden dürfte bei einigen Anlegern Erinnerungen an die schon überwunden geglaubte Finanzkrise wecken. Wenn Ende Februar das bestehende Hilfsprogramm der Europäischen Union (EU) ausläuft, könnten sich die Kassen des Landes und seiner Banken schnell leeren.

Im Tauziehen um eine Schuldenentlastung des Landes wird die Eurogruppe an diesem Mittwoch in Brüssel zusammentreffen. Die Euro-Finanzminister erwarteten, dass Athen für dieses Sondertreffen belastbare Vorschläge mache, um die Krise zu entschärfen, hieß es in EU-Kreisen.

"Viel Zeit haben die neue griechische Regierung und die öffentlichen Gläubiger nicht, sich auf ein neues Hilfsprogramm zu
einigen, das dem Land frisches Geld verschaffen muss", sagte Analyst Christoph Weil von der Commerzbank. Falls die EZB den griechischen Banken den Geldhahn zudrehen sollte, sei ein Austritt Griechenlands aus der Währungsunion ("Grexit") kaum zu vermeiden.

Commerzbank mit Zahlen

In Deutschland tritt ferner die Berichtssaison in ihre heiße Phase ein. Der Zahlenreigen startet am Dienstag mit dem  Baustoffkonzern HeidelbergCement und dem Reiseveranstalter TUI. Zur Wochenmitte folgt dann unter anderem der Roboterbauer KUKA. Am Donnerstag legt die Commerzbank ihre Jahreszahlen vor und am Freitag folgt der Industriekonzern ThyssenKrupp mit seinem Bericht zum ersten Geschäftsquartal.

Von Seiten der Konjunkturdaten gibt es am Donnerstag den Einzelhandelsumsatz in den USA im Januar sowie am Freitag das von der Uni Michigan berechnete US-Verbrauchervertrauen für Februar. Laut Ralph Solveen von der Commerzbank hat der private Verbrauch zwar voraussichtlich vom Kollaps des Ölpreises profitiert. Die Einzelhandelsumsätze aber dürften unter den niedrigeren Benzinpreisen gelitten haben. Beide Wirtschaftsnachrichten dürften von den Anlegern daraufhin abgeklopft werden, wann die US-Notenbank Fed ihren Leitzins wieder anheben könnte. Sollten sich Hinweise auf eine eher späte Zinswende ergeben, wird der DAX wohl seine jüngste Klettertour
fortsetzen.

Rücksetzer möglich

Die Sorgen um Griechenland und die Ukraine könnten den DAX-Bären neuen Rückenwind verleihen und einen Bruch der Unterstützung bei 10.800 Zählern herbeiführen. Falls das passiert, droht ein Rücksetzer bis 10.500 Punkte beziehungsweise bis 10.454 Zähler, wo noch ein Gap zu schließen wäre. Der empfohlene DAX Turbo Long mit der WKN DG3 SVF könnte im Xetra-Handel den Stoppkurs bei 10.785 Zählern reißen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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