Wo steuert Deutschland hin?
An diesem Mittwoch wird der ifo-Index veröffentlicht. Die deutschen Unternehmen dürften sich dabei wieder zuversichtlicher geben. Zuletzt ist das Ifo-Geschäftsklima fünf Mal infolge gesunken. Doch es gibt auch warnende Stimmen.
Nach Einschätzung von Volkswirten dürften die deutschen Unternehmen im Oktober etwas optimistischer in die Zukunft blicken. Nachdem das Ifo-Geschäftsklima nun bereits fünf Mal infolge gesunken ist, werde sich das Geschäftsklima etwas aufhellen. Im Schnitt rechnen Volkswirte mit einem Anstieg auf 101,6 Punkte, nach 101,4 Punkten im Vormonat. Die Daten werden am 24. Oktober veröffentlicht.
Bei den Unterindikatoren dürften sich aber vermutlich nur die konjunkturellen Erwartungen für die nächsten sechs Monate verbessern. Vor allem die Ankündigung des Anleihekaufprogramm (OMT) durch die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zu einer Verbesserung der Stimmung beigetragen. Die Einschätzung der aktuellen Lage dürfte hingegen nach wie vor trübe ausfallen und zum vierten Mal in Folge sinken.

"Die Stabilisierung an den Kapitalmärkten dürfte dazu beigetragen haben, dass generell wieder mit etwas mehr Zuversicht in die Zukunft geblickt wird", so HSBC Trinkaus in einer Vorschau. Der leichte Anstieg dürfte aber alleine von Erwartungen getrieben sein. Für die gesamte Währungsunion gebe es ein wenig Licht am Ende des Tunnels. Die deutsche Wirtschaft befinde sich mit Blick auf das näher rückende Jahresende zweifelsfrei nicht in einer Boomphase, aber von einer ausgemachten Schwäche könne aber auch nicht gesprochen werde, so die Experten weiter.
Jens Kramer von der NordLB-Experte verweist auf die beiden jüngsten Anstiege der ZEW-Konjunkturerwartungen. Die positive Stimmung der Finanzanalysten dürfte mittlerweile auch in der Realwirtschaft angekommen sein. "Wir halten es jedenfalls für recht wahrscheinlich, dass auch die vom Ifo-Institut befragten rund 7.000 Unternehmenslenker mehr und mehr zu der Überzeugung kommen, dass mit Blick auf die Verschuldungskrise und deren realwirtschaftliche Ausstrahlungen allmählich die Silberstreifen am Horizont erkennbar werden."
Warnende Stimmen
Aber es gibt durchaus auch pessimistische Stimmen. So rechnen etwa die Dekabank mit einer weiteren Eintrübung des Geschäftsklimas, das vor allem durch die Lagebeurteilung belastet werde. Aus dem Unternehmenssektor kämen derzeit noch "Molltöne". Von Kosteneinsparungen, Investitionsaufschub, Produktionsdrosselung oder gar Kurzarbeit sei die Rede. Auch die jüngste Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) habe eine Abschwächung signalisiert.
Mit Material von dpa-AFX.
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