EM 2012: Deutschland nur dritter?
Heute Abend greift die deutsche Nationalmannschaft gegen Portugal ins EM-Geschehen ein. Die Analysten der Deka-Bank haben den Europameister bereits errechnet. Ihrem Prognosemodell zufolge werden Jogis Jungs nur Dritter. Für den EM-Titel haben sie einen einsamen Favoriten.
Heute Abend um 20:45 Uhr wird das erste Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Portugal angepfiffen. Egal, wie das Spiel gegen die Mannschaft um superstar Christiano Ronaldo ausgeht, die Volkswirte der Deka Bank wissen bereits mehr und haben den möglichen Gewinner des Finales am 1. Juli bereits errechnet.
Euro-Peripherieländer favorisiert
Die Vergangenheit zeigt, dass gerade die Südstaaten in Europa zwar auf wirtschaftlicher Ebene versagen, aber offensichtlich Fußball spielen können. Seit 2004 gingen alle internationalen Fußballtitel an die Peripherieländer - die EM 2004 an Griechenland, die WM 2006 an Italien, die EM 2008 und WM 2010 an Spanien.
Bei der Prognose des neuen Europameister nutzen die Deka-Bank-Analysten ein statistisches Modell, das die Wahrscheinlichkeit für die Ausgänge einzelner Spiele in Abhängigkeit von der Spielstärke (siehe Grafik) der Teams und eines möglichen Heimvorteils ermittelt. Grundlage dafür sind die 124 Spiele der letzten vier Europameisterschaften. Zudem fließen sogenannte Elo-Ratings ein, die normlerweise als Wertungssystem im Schach genutzt werden und von der Deka Bank auf Fußball übertragen wurden.
Nun zur Frage, die alle interessiert: Wie stehen die Chancen für die Jogis Jungs? Die Deka Bank hat die durch Modell und Simulation prognostizierten Erfolgswahrscheinlichkeiten aller Teilnehmer sind in einer Grafik zusammengefasst. Neben Spanien und den Niederlanden gehört die deutsche Mannschaft zu den Favoriten. Die geschätzte Titelwahrscheinlichkeit liegt demnach bei knapp 22 Prozent.
Spanien Favorit Nummer 1
Der Topfavorit auf den Europameistertitel ist der amtierende Welt- und Europameister Spanien. Das aktuelle Elo-Rating ist höher als das jeder anderen Mannschaft vor einer der letzten vier Europameisterschaften. Im Halbfinale könnte Spanien den Deka-Berechnungen zufolge auf Deutschland oder die Niederlande treffen. Dass der Titelverteidiger das Endspiel erreicht, wird mit fast 50 Prozent beziffert, die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren EM-Titel schätzen die Analysten auf 33 Prozent.
Warum Deutschland trotzdem gewinnt
Es sprechen jedoch auch einige Statistiken gegen die Deka-Rechnungen: Zwölfmal hatte ein Europameister die Chance, den Titel zu verteidigen, bisher ist es jedoch keiner Mannschaft gelungen. Dass Deutschland das Endspiel erreicht und dieses verliert beziffert das Modell auf 17 Prozent. „Dass hier korrekterweise 0 % stehen müsste, zeigt der Blick in die Historie: Bei den sechs bisherigen Finalteilnahmen wechselten sich immer Siege und Niederlagen ab. Noch besser: auf die Endspiel-Niederlagen 1976 und 1992 folgten direkt im Turnier darauf Finalsiege. Und auch wenn man sich nur ungern daran erinnert, das Endspiel 2008 ging knapp gegen Spanien verloren. Die Folgerung dürfte klar sein", so die Deka-Schlussfolgerung.
Statistiken sind da um gebrochen zu werden. Dazu passt der oft zitierte Spruch von Adi Preißler: „Grau is alle Theorie - entscheidend is auf'm Platz". Auf zum Titel, Jungs!
Leserkommentare
Die Kommentarfunktion wird moderiert. Die Moderation liegt alleine bei der Börsenmedien AG. Kritische Diskussionen sind erwünscht, persönliche Beleidigungen hingegen werden entfernt.
Disqus ist ein Online-Dienst und wird von der Big Head Labs, Inc. aus San Francisco in den USA zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden sind in den Börsenmedien-Datenschutzbestimmungen zu finden.























