"Was die Märkte wollen ist klar", erläutert David Kohl, Chefvolkswirt Deutschland bei der Schweizer Bank Julius Bär, "sie wollen Signale hin zu einer Vergemeinschaftung von Schulden, das wäre der große Wurf." Immer wenn das wieder in die Ferne rücke, gäbe es Anlass zu negativen Reaktionen. Kohls Interpretation der Draghi-Pressekonferenz: "Es wird Anleihekäufe gibt, aber nur einer klaren Bedingungen". In diesen Bedingungen stecke dann der Sprengstoff. Ob dann später bei Anleihekäufe das Geld wieder neutralisierte werde wie beim ersten Programm, komme auf die Umstände an: "Wenn sich die deflationären Trends verstärken, wird man auf eine Sterilisierung verzichten", so Kohl. Als bemerkenswert stuft Kohl auch Draghis Äußerungen zu einer möglichen Banklizenz zum ESM ein: "Der Präsident hat klar gesagt, dass der ESM kein akzeptierter Kontrahent für die EZB ist, auch mit einer Lizenz. Entsprechend müsse die Politik völlig neue Voraussetzungen für den ESM schaffen und auch durch den Bundestag absegnen lassen. Wie geht es dann weiter? "Durchwursteln und Hoffen, dass Draghis Äußerung, der Euro sei unumkehrbar, Bestand hat", so der Chefvolkswirt.