Michael Herrmann
Warren Buffetts ist derzeit auf Chinareise und besucht dort unter anderem den Autobauer BYD. Während sich das Unternehmen über den prominenten Gast freut, kommen gleichzeitig Gerüchte auf, dass sich das Orakel von Omaha von seiner Beteiligung beim chinesischen Spezialisten für Elektroautos trennen will.
Mit Elektroautos sind nicht nur große Hoffnungen von Umweltschützern verbunden. Auch Anleger fahren derzeit stark auf dieses Thema ab und träumen von den riesigen Zukunftschancen des Themas. Einer der größten Hoffnungsträger ist dabei der chinesische Autobauer Build Your Dreams (BYD), der den meisten Börsianern wohl vor allem durch den Einstieg der Investmentlegende Warren Buffett bekannt sein dürfte. Nun werden allerdings Zweifel laut, ob das Orakel von Omaha weiterhin an den Traum der chinesischen Elektroautos glaubt, denn Gerüchten zufolge erwägt Buffett einen Verkauf der Anteile.
Wert versiebenfacht
Bisher hat sich das Investment für Buffett voll ausgezahlt. 2008 hat die von Buffett geleitete Berkshire Hathaway Cooperation für 230 Millionen US-Dollar insgesamt zehn Prozent der Aktienanteile von BYD erworben. Zwei Jahre später erreicht deren Marktwert nun 1,6 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einer Versiebenfachung des Wertes. Im Oktober 2009 betrug der Marktwert dieser Aktien aber sogar kurzzeitig 2,5 Milliarden US-Dollar.
Negativer Trend
Seither hat die Aktie somit rund ein fünftel an Wert verloren. Zudem erwarten Analysten, dass die BYD-Zahlen für das dritte Quartal ziemlich schlecht ausfallen. Branchenexperte Andrew TO von Tai Fook Securities hält es daher nicht für ausgeschlossen, dass Buffett sich nun zurück zieht, bevor weiteres Unheil droht. "Da der alte Mann immerhin einen vielfachen Wertgewinn einstreichen kann, könnte er jetzt versucht sein, Kasse zu machen", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.
BYD dementiert
BYD dementierte naturgemäß die Gerüchte um einen Ausstieg des Großaktionärs. Der US-Multimilliardär Warren Buffett, der derzeit in China weilt, wolle nach Aussage des Konzerns bei seinem Besuch in den Werkshallen des Autobauers nicht über den Verkauf seines Aktienanteils verhandeln. Das Unternehmen betonte, dass Buffetts Besuch ausschließlich der Inspektion der Elektroautoproduktion und einiger Solarkraftwerke diene.

Weiter abwarten
Inwieweit die Gerüchte ernst zu nehmen sind ist zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer zu sagen. Sehr wahrscheinlich werden sie aber in nächster Zeit wie ein Damoklesschwert über der BYD-Aktie schweben. Wenngleich die langfristigen Perspektiven des chinesischen Autobauers weiter gut sind, bleibt DER AKTIONÄR deshalb bei seiner bisherigen Einschätzung, dass vor einem Neueinstieg zunächst weiter abgewartet werden sollte.