Alfred Maydorn
In der letzten Woche kamen Solar-Aktien kräftig unter Druck, nachdem ein Analyst ein Weltuntergangsszenario an die Wand gemalt hatte. Die meisten Solar-Unternehmen blicken allerdings ausgesprochen optimistisch ins neue Jahr, viele haben bereits einen Großteil ihrer Produktion verkauft.
In der letzten Woche sorgte der Analyst Gordon Johnson von Axiom Capital Management für Aufsehen. Er befürchtet, dass im nächsten Jahr das verfügbare Angebot an Solarprodukten voraussichtlich das Dreifache der erwarteten Nachfrage erreichen wird. Diese pessimistische Einschätzung unterstrich er mit markigen Worten. "Es könnte ein Weltuntergangsszenario sein."
Großteil der Produktion verkauft
Die meisten Solar-Unternehmen teilen diese pessimistische Einschätzung nicht. Sie haben sich eher positiv geäußert, wenn es um die Absatzperspektiven für 2011 geht. So spricht zwar der weltgrößte Solarkonzern First Solar von einer unsicheren Lage, insbesondere in Deutschland, aber dennoch ist der Großteil der Produktion für 2011 bereits im Vorfeld verkauft. Mitbewerber Sunpower blickt ebenfalls optimistisch ins neue Jahr und teilte sogar mit, dass die Nachfrage größer sei als das Angebot.
Gesunde Marktnachfrage
Auch viele chinesische Solarfirmen haben sich zuletzt sehr zufrieden über die Auftragssituation im neuen Jahr geäußert. So hat der Solarzellen-Hersteller JA Solar bereits Vorauszahlungen für rund 85 Prozent seiner geplanten Jahresproduktion von immerhin rund 1,4 Gigawatt erhalten. Suntech Power teilte mit, die Nachfrage liege sogar 30 Prozent über der eigenen Produktionskapazität. Solarfun spricht immerhin von einer "gesunden Marktnachfrage."
Es ist davon auszugehen, dass die Unternehmen selbst die Lage besser einschätzen können als Analysten, zumal diese auch oft eigene Interessen verfolgen. In den letzten Jahren wurde die Entwicklung des Solarsektors in schöner Regelmäßigkeit völlig unterschätzt und die Prognosen mussten im Jahresverlauf mehrfach angehoben werden.
Niedriges Niveau nutzen!
Anleger, die das Solar-Weltuntergangsszenario nicht teilen, können bei ausgesuchten Titeln die zuletzt stark gedrückten Kurse zu Käufen nutzen. Besonders interessant erscheinen derzeit Renesola und Solarfun, die beide lediglich mit einem 2011er-KGV von 5 bewertet sind. Auch Yingli Green Energy ist nach den in der letzten Woche vorgelegten guten Quartalszahlen kaufenswert. Dank der angehobenen Gewinnschätzungen für 2011 hat sich das KGV auf unter acht reduziert.